Flughafen Svalbard: Vom Schmutzfink zum Vorreiter vor Ort

Longyearbyen/Spitzbergen. Der kleine Flughafen von Longyearbyen auf Spitzbergen, auf dem jetzt im tiefsten Winter täglich nur zwei bis drei Linienflüge starten und landen, war bis vor kurzem trotzdem einer von Avinors schmutzigsten, was Energieversorgung am Boden betrifft. Denn die Energie dafür stammte aus dem früher mit Kohle, inzwischen mit Diesel betriebenen Kraftwerk des Ortes. Das ist vorbei: Der Flughafen hat nun eine eigene Energieversorgung mit Biogas. Darüber berichtete NRK.

Die Biogas-Module am Flughafen Svalbard. Foto Øystein Løwer/Avinor

Das staatliche norwegische Unternehmen Avinor betreibt 43 Flughäfen. Der kleine „Svalbard Lufthavn“ stand jedoch allein für 12-20 Prozent der Emissionen von Avinor. Denn anders als auf dem Festland gibt es dort keinen Strom aus Wasserkraftwerken oder Wind. Es gab nur das kohlebetriebene Kraftwerk in Longyearbyen, das vor zwei Jahren zu Diesel übergegangen ist. An einer echten klimafreundlichen Lösung für den Ort wird noch gearbeitet.

Weniger Emissionen und fossilfrei mit Biogas

Flughafen bei Tageslicht im Juni 2025

Avinor geht nun voraus und hat den kleinen Flughafen mit Mikroturbinen ausgestattet, die von Biogas angetrieben werden. Damit soll der Flughafen sich das ganze Jahr gut und fossilfrei selbst versorgen können. Das erste Jahr gilt allerdings noch als Probebetrieb. Der Anschluss an das zentrale Kraftwerk bleibt bestehen – zur Sicherheit an den kältesten Tagen und für alle Fälle. Sollte Longyearbyen irgendwann eine bessere Alternative zu bieten haben, würde man auch dort wieder Kunde werden, so die Flughafenchefin Ragnhild Kommisrud.

Die Biogasanlage besteht aus Modulen und kann einfach transportiert werden. Das Biogas muss natürlich vom Festland geliefert werden – ebenso wie der Diesel für das zentrale Kraftwerk. Die Kohle früher gab es vor Ort. Der Kohlebergbau ist nun aber auch eingestellt.

Robustere Versorgung

„Mehr Energiequellen machen die Versorgung robuster“, so Terje Aunevik, Vorsitzender von Longyearbyen Lokalstyre, zu NRK. Einige Einwohner fürchteten nun höhere Kosten, wenn ein großer Kunde wegfalle. Er sei jedoch optimistisch, dass man eine gute Lösung finde.  Und weniger Emissionen seien gut für die ganze Gesellschaft, nicht nur für den Flughafen.

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