Finnlands „Arm“ bald ohne Flughafen?

Enontekiö (Finnland). Finnisch Lappland steht bei Touristen zunehmend hoch im Kurs, vor allem im Winter und Frühjahr. Die Flughafengesellschaft Finavia investiert deshalb in die Flughäfen von Rovaniemi, Kittilä und Ivalo. Die Zukunft des Platzes in Enontekiö ist dagegen ungewiss –  Finnair hat nun auch die wenigen Linienflüge gestrichen. Darüber berichtete Yle.

Enontekiö

Enontekiö zur Hauptreisezeit im März. Blick auf den See Ounasjärvi und den Pallas-Yllästunturi-Nationalpark.

Die Fast-2000-Einwohner-Gemeinde Enontekiö ist auf jeder Finnlandkarte sofort zu finden: Sie umfasst den ganzen „Arm“ hoch oben im Norden, eingeklemmt zwischen Schweden und Norwegen, der auch auf Finnisch käsivarsi (Arm) heißt. Der Flughafen befindet sich nahe des Hauptortes Hetta. Es ist mit Abstand der kleinste in Finnisch-Lappland mit 25 500 Passagieren im Jahr 2017, was trotzdem mehr ist als in all den Jahren zuvor. Linienflüge ab Helsinki gab es nur im März und April, wenn in Lappland noch Schnee liegt, die Tage aber schon länger werden. Laut Finnair war die Linie nicht rentabel. Allerdings steuern diverse Charterflugzeuge mit Winterurlaubern den kleinen Ort direkt an – vergangenes Jahr waren es 69.

In Hetta ist man direkt vor den Türen des Pallas-Yllästunturi Nationalparks. Dort beginnt der 55 Kilometer lange Hetta-Pallas-Fernwanderweg. Im Sommer muss man mit dem Boot über den See Ounasjärvi, im Winter überquert man ihn einfach auf dem Eis, auf dem die Gemeinde sogar Wege durch den Schnee anlegt. Die berühmtesten Plätze Enontekiös befinden sich noch weiter im Nordwesten: Finnlands höchster Berg Halti (1324 Meter) und der etwas kleinere, aber sehr bekannte Saana (1029 Meter) liegen beide nahe der norwegischen Grenze. In Kilpisjärvi treffen sich die Grenzen von Norwegen, Finnland und Schweden – auf einer künstlichen Insel im Malla-Naturreservat.

Karte Enontekiö

Die Gemeinde Enontekiö zwischen Schweden und Norwegen. Karte mit Hilfe von stepmap.

Die Sorge der örtlichen Tourismusunternehmen ist nun, dass Finavia den Flughafen nicht mehr unterhält. Finavia ist dazu nur verpflichtet, solange es dort Linienverkehr gibt. Auf einem verfallenden Flughafen könnten auch keine Charterflugzeuge mehr landen.  Im kommenden Winter, so versprach Finavia bereits, soll der Charterverkehr dort ganz normal abgefertigt werden. Nötig wäre in näherer Zukunft aber auch ein neuer Belag auf der Startbahn.

Ohne den Flughafen ist die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ein bisschen umständlicher. Der nächstgelegene Flughafen ist Kittilä, rund 150 Kilometer von Hetta entfernt. Von dort aus kommt man mit dem Bus in zweieinhalb Stunden nach Hetta, bis Kilpisjärvi dauert es je nach Verbindung vier bis fast sechs Stunden. Wer vorzugsweise nach Kilpisjärvi und in die nordwestliche Ecke will, kann auch Verbindungen über Tromsø prüfen.

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