Färöer unter eigener Flagge nach Olympia?

Färöer. Der färöische Schwimmer Pál Joensen hat bereits an den Olympischen Spielen teilgenommen. Sein Land taucht jedoch in keiner Statistik auf – vor dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) gehören die Färöer zu Dänemark. Eine neue Initiative will nun Starts unter färöischer Flagge ermöglichen. Gestützt wird sie auch vom dänischen Ministerpräsidenten.

Olympia

Demnächst Schwimmen bei Olympia unter färöischer Flagge?

Der letzte Anlauf dafür war 2006. Damals setzte sich der dänische Kultusminister Brian Mikkelsen bei IOC-Präsident Jacques Rogge dafür ein, dass Sportler von den Färöer und Grönland auch unter der entsprechenden Flagge teilnehmen dürfen. Doch er biss bei Rogge auf Granit – dies sei nur Ländern möglich, die auch von den Vereinten Nationen als solche anerkannt sind.

Im März startete der Ítróttarsamband Føroya, der färöische Sportverband und gleichzeitig das „olympische Komitee“, eine neue Kampagne zur Anerkennung des Landes zumindest als selbstständige Sportnation rechtzeitig vor den nächsten Spielen. Unterstützung erhalten sie nun vom dänischen Premierminister Lars Løkke Rasmussen persönlich, wie die Nachrichtenagentur Ritzau vermeldet. Dabei betonte er, die Färöer seien eine selbstverwaltete Gemeinschaft innerhalb des dänischen Königreiches. Diese Selbstständigkeit umfasse auch den Sport.

Pál Joensen

Pál Joensen darf „seine“ Schwimmhalle einweihen. Foto Eileen Sanda, CC-BY SA 4.0

Konkret betroffen ist der 27-jährige Schwimmer Pál Joensen. Er konnte zwar schon diverse Medaillen als Färinger bei Meisterschaften einsammeln. Der Internationale Schwimmverband (FINA)  akzeptiert die Flagge. Bei Olympia 2012 und 2016 startete er jedoch als Teil des dänischen Teams, da die Färöer beim IOC eben nicht als eigenes Land anerkannt sind.

Joensens Erfolg ist umso beachtlicher, da er lange auf 25-Meter-Bahnen trainieren musste. Das erste 50-Meter-Schwimmbad der Färöer erhielt seinen Namen, Páls Høll . Es liegt in Vágur auf seiner Heimatinsel Suðuroy und nicht etwa in der Hauptstadt.

Joensen war allerdings nicht er erste Olympiateilnehmer von der Inselgruppe. Das war Ruderin Katrin Olsen 2008 im Doppelzweier mit der Dänin Juliane Erlander. Rudern ist der eigentliche Nationalsport der Färinger, wird dort allerdings mit ortstypischen seetüchtigen Booten praktiziert. Damit begann auch Katrin Olsen ihre Karriere, bevor sie in internationale Bootsklassen wechselte. Am kommenden Sonntag, am 29. Juli, zur Olavsøka, einem gr0ßen Volksfest (St.-Olafs-Tag), werden auch wieder die Meisterschaften unter den färöischen Ruderern ausgetragen.

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