Finnland. In Kittilä hat der extrem strenge Frost ein kleines bisschen nachgelassen – so weit, dass die De-Icing-Anlage am Flughafen wieder benutzt werden konnte. Damit konnten die zahlreichen wartenden Touristen endlich ihren Heimflug antreten. Mehr als drei Tage lang hatte in Kittilä wegen der extrem tiefen Temperaturen bis zu -40 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit kein Flugzeug starten dürfen. Während die tiefen Temperaturen in dieser Region an sich nicht ungewöhlich waren, hielten sie sich ungewöhnlich lange. Darüber berichtete Yle.
„Mild“ sind die Temperaturen in Kittilä immer noch nicht – aber mit -22°C doch einfacher zu handhaben als die Tage zuvor. Und auch die De-Icing-Anlage, die nur bis -34°C zugelassen ist, arbeitet problemlos. Die gestrandeten Fluggäste – laut Yle Tausende – wurden teilweise mit Bussen zu anderen nordfinnischen Flughäfen gebracht. Andere warteten vor Ort. Da praktisch keine neuen Gäste anreisen konnten, gab es laut einem von Yle interviewten Hotelmanager zumindest genügend Zimmer für weitere Übernachtungen.
Seltene Wetterkonstellation
Die Wetterkonstellation, die zur Einstellung der Flüge führte, war durch die Feuchtigkeit aufgrund gefrierenden Nebels speziell. Keine der Fluglinien wollte in dieser Situation auf das De-Icing verzichten und die Vereisung der Maschine riskieren. Langjährige Flughafenmitarbeiter konnten sich an eine solche Situation nicht erinnern, eine Statistik über die genauen Wetterphänomene wird nicht geführt. An anderen Flughäfen in Nordfinnland wurde trotz Kälte geflogen, dort war es trockener.
-40°C auch heute noch nicht ungewöhnlich, aber seltener

Minimum-Temperaturen in Sodankylä-Tähtelä, FMI via Mika Rantanen
Die tiefste Temperatur dieser Saison bisher wurde mit 42,8°C in Savukoski Tulppio gemessen. Temperaturen unter -40°C kommen in Nordfinnland immer wieder einmal vor: Von den vergangenen 25 Jahren, so zeigt eine Liste bei Yle, hatte etwa die Hälfte Temperaturen unter -40 °C – in Finnlands kältesten Stationen. In Sodankylä Tähtelä, einer Station 120 Kilometer nördlich des Polarkreises, wo schon seit 100 Jahren Messdaten aufgezeichnet werden, war es in den vergangenen 25 Jahren nicht oft so kalt, früher deutlich häufiger.
Ungewöhnlich war allerdings, dass sich der extrem tiefe Frost so lange hielt – darauf wies Yle-Meteorologin Anne Borgström hin. So hatte Savukoski sogar 10 Tage lang Temperaturen unter 35°C. Auch dort ist es inzwischen etwas milder. Die tiefste jemals in Finnland gemessene Temperatur war -51,5°C in Kittilä Pokka im Jahr 1999.
Früherer Artikel zum Thema:
Frost in Finnland: Zu kalt für De-Icing in Kittilä

