El Grillo: Neuer Anlauf zum Abdichten des Tanker-Wracks

Seyðisfjörður (Island). Vor 78 Jahren bombardierte die deutsche Luftwaffe den britischen Tanker El Grillo im Hafen von Seyðisfjörður. Der Tanker wurde dabei so schwer beschädigt, dass die Briten ihn schließlich versenkten. Doch der Inhalt macht bis heute Ärger. Obwohl das Wrack mehrfach ausgepumpt und abgedichtet wurden, zuletzt 2020, findet das Öl immer neue Wege. Nun hat das isländische Umweltministerium erneut Geld für die Abdichtung bereitgestellt.

El Grillo

El Grillo am Tag der Attacke in Seyðisfjörður. Screenshot RÚV

Die Probleme mit El Grillo treten nur im Sommer auf, wenn die gestiegenen Temperaturen das Schweröl dünnflüssiger werden lassen. Der letzte Dichtversuch war im Frühjahr 2020. Doch schon im Sommer darauf gab es ein neues Leck an anderer Stelle. Der Rumpf rostet nach 78 Jahren durch.

Vergangenen Herbst hatte eine Arbeitsgruppe zu El Grillo getagt. Das Umweltministerium stellt nun 50 Millionen isländische Kronen, umgerechnet rund 343 000 Euro, für weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Umweltverschmutzung bereit. Erneut soll ein Leck mit Zement abgedichtet werden. Außerdem werden neue Schwimmbarrieren installiert.

Entfernung des Tankers schwierig und teuer

Das Wrack ist auch ein beliebtes Tauchziel. Es liegt auf 45 Metern Tiefe, der höchste Punkt ist schon nach 28 Metern erreicht.  Aber Seyðisfjörður wäre das Problem gerne komplett los. Eine Entfernung des 134 Meter langen beschädigten Tankers mit durchgerostetem Rumpf dürfte aber extrem aufwendig, schwierig und teuer sein. Eine Alternative, die ebenfalls im Gespräch ist, wäre das komplette Überdecken des Wracks, berichtet RÚV.

Zum Zeitpunkt des Bombardements am 10. Februar 1944 hatten britische Truppen Island besetzt, damit die strategisch wichtige Insel nicht den Nazis in die Hände fiel. Island war damals noch ein Teil Dänemarks, das aber ebenso wie Norwegen von Deutschland besetzt war.

Ausführlicher dazu: Weltkrieg-Wrack El Grillo soll endlich dicht werden

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