US-Gesellschaft hofft auf grönländisches Öl – realistisch?

Grönland. 2021 beschloss das damalige grönländische Parlament mehrheitlich, die Ölsuche in Grönland zu verbieten. Es gibt allerdings eine US-Firma, die eine noch gültige Lizenz übernommen hat und glaubt, auf Jameson Land  (Ostgrönland) 13 Milliarden Fass Öl herausholen zu können. Wie ist das möglich – und ist das realistisch? Darüber berichtete KNR.

Karte Grönland

Das potenzielle Ölvorkommen befindet sich unter Jameson Land, Ostgrönland. Markierungen sel /Karte Uwe Dedering/ Wikimedia, CC BY-SA 3.0

Zunächst die rechtliche Situation: Besagte Gesellschaft nennt sich Greenland Energy Company und hat die Lizenzen von White Flame Energy übernommen. Als das Parlament 2021 gegen eine weitere Ölsuche stimmte, besaß White Flame Energy seine Lizenzen schon. Das Verbot galt aber nur für die Zukunft. Und während andere Gesellschaften ihre Lizenzen zurückgaben, blieb White Flame Energy die letzte Firma mit gültigen Lizenzen. Wie Sermitsiaq bereits im Herbst 2025 berichtete, gelten diese 2014 ausgestellten Lizenzen nicht nur für die Suche, sondern auch für die Ausbeutung. Der Leiter der Rohstoffbehörde, Jørgen Hammeken-Holm, bestätigte nun auch gegenüber KNR, dass das damalige Verbot nicht diese alten Lizenzen betreffe. Sollte sich Öl finden, dürfe das auch gefördert werden, unter den Auflagen der grönländischen Behörde. 

Im Herbst 2025 meldeten mehrere Medien, eine Untersuchung hätte gezeigt, dass unter Jameson Land 13 Milliarden Fass Öl lägen. Das Vorkommen wurde als eins der größten noch unerschlossenen Gebiete bezeichnet. Folgende Gesellschaften sind nun involviert:

Wie viel Öl liegt wirklich unter Jameson Land?

Wie KNR nun berichtet, bezweifeln Fachleute in Grönland, dass unter Jameson Land tatsächlich so ein riesiger Ölfund lauert. Laut einer Untersuchung der dänisch-grönländischen Geologie-Behörde GEUS, der ehemaligen grönländischen Ölgesellschaft Nunaoil und der grönländischen Regierung von 2022 liegen dort nur 350 Millionen Fass Öl. Und diese Zahlen seien schon mit Unsicherheit behaftet. Ein an dieser Untersuchung beteiligter Geologe, Thomas Varming, nannte die Summe von 13 Milliarden Fass Öl, “ sehr optimistisch“ – die Chance liege bei zehn Prozent. Ähnlich sieht es der Leiter der Rohstoffbehörde, Jørgen Hammeken-Holm: Seiner Einschätzung nach ist die Chance groß, dass man gar nichts finde.

Sollte sich bei den Probebohrungen doch ein lukrativer Ölfund zeigen, müsse die Gesellschaft aber noch weitere Genehmigungsschritte durchlaufen, bevor sie das Öl tatsächlich ausbeuten könne. 

Alte Lizenzen – gültig oder nicht?

Für Verwirrung sorgt nun, dass Greenland Energy Company in Jameson Land mit den alten Lizenzen arbeiten darf, trotz des damaligen Parlamentsbeschlusses, das Kuannersuit-Projekt von (heute) Energy Transition Minerals das aber nicht durfte. Es gibt Unterschiede zwischen diesen Fällen, aber tatsächlich ist Energy Transition Minerals deshalb auch vor Gericht gezogen. Der Fall ist aber noch nicht entschieden.

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Grönland stoppt Ölsuche und Uranabbau

 

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