Luleå (Schweden). Es herrscht Baustopp auf dem Gelände von SSAB in Luleå, wo das neue fossilfreie Stahlwerk entstehen soll. Mehrere Personen waren bei der Arbeit erkrankt. Die Ursache ist bisher unklar, möglicherweise gibt es einen Zusammenhang mit dem Abfall, der bei der Ausschachtung aufgetaucht ist. Nun weigerten sich auch die Forensiker der Polizei, das Grundstück für eine Untersuchung zu betreten. Darüber berichtete SVT.
Stahlhersteller SSAB investiert am Standort Luleå 4,5 Milliarden Euro, um ein Werk zu errichten, das Stahl mithilfe von Lichtbogentechnologie erzeugt. Dies soll die alten Hochöfen ersetzen. Jahrelang hatten SSAB, Erzlieferant LKAB und Energielieferant Vattenfall daran gefeilt, die durchaus bekannte Technologie so auszuarbeiten, dass sie auch in großindustriellem Maßstab anwendbar ist – im Pilotprojekt HYBRIT. Seit September wird nun in Luleå auf dem Gelände von SSAB gebaut.
Arbeiter auf der Baustelle melden gesundheitliche Probleme
Im März wurde das erste Mal ein Problem gemeldet: Zwei Personen, die für Subunternehmer im Einsatz waren, hatten im Februar ärztliche Hilfe benötigt. „Ich war noch nie so krank“ sagte ein Mann zur Lokalpresse, der wegen Lungen- und Herzproblemen behandelt werden musste und die sechste Woche krankgeschrieben war. Es wurden Arbeiten in einem Bereich gestoppt und Proben genommen. Vor Ostern gab es immer wieder Meldungen über Personen, die Krankheitssymptome zeigten, teilweise so schwere, dass sie im Krankenhaus bleiben mussten. An Karfreitag wurden deshalb sämtliche Arbeiten auf dem Gelände komplett gestoppt.
Unbestimmte Abfallmassen gefunden
SSAB meldete auch an die Behörde, dass bei der Ausschachtung Abfall gefunden wurde: Tüten mit gipsartigem Inhalt, eine fibröse, ziegelfarbige Masse sowie Teerklumpen. Diese rieche nach Lösungsmitteln und gehe bis hinab zum Grundwasser. Eine Überraschung auch für das Unternehmen selbst: Laut SSAB waren für die Umweltgenehmigung mehr als tausend Proben in dem Gebiet genommen worden, ohne dass etwas aufgefallen wäre.
Polizei hat Ermittlungen eingeleitet
Die Polizei hat eine Untersuchung wegen Verstoß gegen das Arbeitsschutzgesetz eingeleitet. Allerdings kam es bisher nicht zu Probenentnahmen vor Ort: “ Die Forensiker meinten, dass es vielleicht gefährlich sei, und dass es unklar sei, ob es sich um so gefährliche Substanzen handele, dass sie selbst krank werden könnten“, zitiert SVT den Leiter der Ermittungen.
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