Island: Vorübergehend weniger Steuern auf Treibstoff

Island. Eigentlich sollten mit der Einführung der neuen „Kilometergebühr“ auf Island die Treibstoffpreise sinken, da ja gleichzeitig die Treibstoffsteuer abgeschafft wurde. Inzwischen sind die Preise aufgrund des Irankriegs jedoch gestiegen. Die isländische Regierung kündigte nun eine befristete Senkung der Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel an. Gleichzeitig wird die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge ausgebaut. Darüber berichteten auch RÚV und mbl.is.

Autos auf Parkplatz im Hochland

Im Sommer vorübergehend günstigerer Treibstoff auf Island

Seit 1. Januar ist jeder Autobesitzer auf Island verpflichtet, die neue Kilometergebühr entsprechend seiner Fahrleistung zu zahlen, unabhängig davon, ob es sich um ein Fahrzeug mit Elektro- oder Verbrennungsmotor handelt. Davon sollen unter anderem die Straßen instandgehalten werden. Im Gegenzug sollte dann wenigstens der Treibstoff billiger werden, weil die entsprechende Steuer auf Treibstoff wegfiel. Diese günstigeren Preise hielten jedoch nicht lange, aus bekannten Gründen. Als kurzfristige Unterstützung für die Verbraucher hat die isländische Regierung nun eine zeitweise Senkung der Mehrwertsteuer für Treibstoff angekündigt: Für den Zeitraum vom 1.Mai bis zum 31. August soll sie statt 24% nur  11% betragen. Das entsprechende Gesetz soll diese Woche veranschiedet werden. Von diesem Vorteil in den Sommermonaten werden auch Touristen profitieren. 

Weitere Maßnahmen:

  • Als weitere Maßnahme gegen steigende Preise unterstützt die Regierung ein Preis-Monitoring, durch das die Unternehmen gezwungen werden sollen, sinkenden Preise an Kunden weiterzugeben. 
  • Parallel soll außerdem die Einrichtung von Ladestationen für Elektrofahrzeuge gefördert werden, um bestehende Lücken im ganzen Land zu schließen. Auch an Mehrfamilienhäusern soll es möglich werden, sein Auto laden zu können. Dafür stellt die Regierung 500 Millionen ISK (3,49 Millionen Euro) bereit.

Kilometergebühr-Aprilscherz

Die neue Kilometerabgabe ist durchaus unbeliebt. Wie Ursula Jäger in ihrem Blog berichtet, waren die Leute deshalb offenbar bereit, einem Artikel von Morgunblaðið zu glauben, in dem eine Reduzierung in Aussicht gestellt wurde, wenn man am 1. April einen entsprechenden Antrag stellte. Es handelte sich jedoch tatsächlich um einen Aprilscherz. 

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