Schweden. Die schwedische Verkehrsbehörde (Trafikverket) hat die Ausschreibung für den Nachtzugbetrieb nach Nordschweden und Narvik ab Dezember 2026 abgebrochen: Sämtliche Angebote lagen weit über den Vorstellungen von Trafikverket. Ein neues Modell soll nun her, bei dem die Betreibergesellschaft weniger Risiken selbst tragen muss. Alles soll besser werden, wenn 2030 die neuen Züge kommen. Darüber berichteten SVT und järnvägar.nu.
Ab dem 13. April fahren die Nachtzüge nach Nordschweden im Sparmodus: Schlaf- und Liegewagen gibt es nur noch bis Umeå oder Luleå. Wer weiter nördlich will, muss morgens um 5.42 Uhr in Boden umsteigen. Dieser Tagzug, der um 5.14 Uhr von Luleå nach Narvik abfährt, bleibt auch der einzige nach Abisko, Riksgränsen oder Narvik, die spätere Abfahrt ist gestrichen. Das ist das Modell, auf das sich SJ und Trafikverket aktuell geeinigt haben, und bei dem Trafikverket die Verluste bezuschusst. SJ fährt die Strecke seit Dezember 2024 mit einem Notabkommen.
Keine Angebote bei der ersten Ausschreibung
Auf eine frühere Ausschreibung für die Stockholm-Nordschweden-Narvik-Strecke hatte sich kein einziges Unternehmen beworben, angesichts der unrealistischen Bedingungen, wie ein Vertreter von SJ in einem Interview durchblicken ließ. Deshalb fährt SJ nun schon das zweite Jahr mit einem Notabkommen.
Zweite Ausschreibung: Angebote zu teuer
Eine neue Ausschreibung für die Nachtzugstrecke nach Nordschweden und Narvik brachte zwar Bewerber, aber deren Preisvorstellungen lagen der Behörde zu hoch. Wie Trafikverket-Vertreter Lennart Kalander gegenüber SVT äußerte, hatten die Bewerber viele Risiken mit eingepreist. In den vergangenen Jahren hatte es auf der Strecke tatsächlich reichlich Störungen gegeben: eine Entgleisung der Erzbahn mit monatelanger Streckensperrung, eine Unterspülung des Gleises in Västernorrland, aber auch immer wieder technische Probleme mit den alten Wagen.
Neue Risikoverteilung
Trafikverket will nun in Gesprächen mit den Anbietern ein neues Modell entwickeln, bei dem die Behörde mehr Verantwortung übernimmt, unter anderem für das alternde Rollmaterial. Das soll dazu führen, “ dass die Anbieter die Möglichkeit haben, ein konkurrenzfähiges Angebot abzugeben“ so Lennart Kalander. Verlangt wird jetzt nur noch das, was SJ ab 13. April fährt: Ein Nachtzugpaar Stockholm-Umeå und eine Verbindung Stockholm-Luleå/Narvik. Dabei wäre es aber auch möglich, dass in der Hochsaison mehr Wagen eingesetzt werden. Auch das Umsteigen in Boden soll laut järnvägar.nu möglichst entfallen.
Wann kommen neue Züge?
Kalander wirbt mit den neuen Zügen, die ab 2030 eingesetzt werden sollen. Dann soll es wieder attraktiver sein, Nachtzug zu fahren. Bei der ersten Ausschreibung hatte es allerdings keine geeigneten Angebote gegeben. Im Herbst gab es eine neue Ausschreibung, deren Ergebnis ist noch nicht bekannt.
Früherer Artikel zum Thema:
- Nachtzüge: Stockholm-Narvik künftig nur noch mit Umsteigen
- Keine Bewerber für zukünftigen Nachtzugbetrieb Stockholm-Narvik

