„Norwegisches Northvolt“ Morrow hat Involvenz angemeldet

Arendal (Norwegen). Das nächste skandinavische Batterie-Start-up hat Insolvenz angemeldet: Morrow aus dem südnorwegischen Arendal. Das Unternehmen war oft als „norwegisches Northvolt“ bezeichnet worden, hatte aber einen deutlich vorsichtigeren Ansatz und auch ein etwas anderes technisches Portfolio. Trotzdem hat es nicht gereicht: Nur wenige Wochen nach dem verkündeten Start der kommerziellen Produktion war das Geld aus. Darüber berichteten NRK und Energy Storage.

Ecke eines Fabrikgebäudes

Das Unternehmen Morrow hatte seinen Hauptsitz in Arendal. Foto Morrow

Morrow wurde 2020 gegründet und hatte das Ziel, nachhaltige, aber dennoch wettbewerbsfähige Lithium-Ionen-Batterien für den europäischen Markt herzustellen. Der Hauptfokus lag dabei auf Battery Energy Storage Systemen (BESS), also Großspeichern. Dazu setzte man auf Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LPF), arbeitete aber auch mit der Lithium-Nickel-Manganoxid-Technologie, wo eine Lieferkette unabhängig von chinesischen Produkten als früher erreichbar gilt. 

Hauptaktionär war ein lokales Energieunternehmen

Zu den Mit-Gründern von Morrow gehörte Frederic Hauge von der Umweltorganisation Bellona, und anfangs fehlte es auch nicht an Investitionswilligen. Das Energieunternehmen Å Energi, das von 30 südnorwegischen Kommunen betrieben wird, hatte 1,3 Milliarden NOK dort investiert und was mit 49,9% der größte Aktionär. Unter den übrigen Aktionären sind Siemens Financial Services, ABB, Maj Invest, Noah und der Klima-Investmentfonds des norwegischen Staates, Nysnø. Insgesamt hatten diese 3,3 Milliarden NOK (310 Millionen Euro) eingebracht. Dazu kamen Kredite und Zuschüsse.

Einstieg in die Serienproduktion nicht geglückt

Anfang des Jahres hatte Morrow gemeldet, man sei nun bereit für die Serienproduktion. Anfang April wurden laut Morrow die ersten Batteriezellen an den Kunden Proventia in Finnland geliefert. Im Gegensatz zu Northvolt war Morrow von Anfang an vorsichtiger und bescheidener vorgegangen. Doch schon im vergangenen Jahr hatte man zurückstecken und Leute entlassen müssen. Nun hat das Unternehmen Insolvenz angemeldet. Der Vorstand bedauere, dass es nicht gelungen sei, rechtzeitig einen neuen Investor zu finden, heißt es auf der Website. 

Diese Gründe wurden für die Entwicklung angegeben:

  • Der Wettbewerb auf dem globalen Batteriemarkt hat sich verschärft und zu einem Preisrückgang geführt
  • Die Kapitalkosten sind gestiegen, der Investitionsmarkt ist zurückhaltender geworden
  • Es kam zu Verzögerungen bei der industriellen Umsetzung

Schon drei skandinavische Batterieprojekte gescheitert

Damit sind schon drei skandinavische Batterieprojekte gescheitert: Northvolt, Freyr und Morrow. Freyr hatte sich durch die hohen Zuschüsse vom früheren US-Präsindet Joe Biden in die USA locken lassen. Die Fabrikhalle in Mo i Rana, in der das Jobwunder hätte starten sollen, steht leer und ist zu verkaufen. Freyr hat aber inzwischen auch in den USA seine Batteriepläne komplett eingestampft.

Auf dem Northvolt-Gelände richtet sich gerade ein neues Projekt ein:

Start-up Lyten hat Northvolt in Schweden übernommen

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