Norwegen. Mehr Gas, mehr Öl, mehr Kondensat – Norwegens Regierung setzt weiter auf fossile Energien. Dabei werden nicht nur viele neue Gebiete für die Ölsuche angeboten – auch drei alte Gasfelder, die vor fast 30 Jahren geschlossen wurden, sollen reaktiviert werden. Hintergrund ist die hohe Nachfrage nach diesen Energieträgern, unter anderem aus Deutschland, aufgrund der Kriege. Darüber berichtete auch NRK.

In diesen Gebieten können Unternehmen nach Öl oder Gas suchen, Quelle: Sokkeldirektoratet
Am schnellsten könnte die Reaktivierung der drei alten Gasfelder in der Nordsee gehen: Die Regierung hat gestern den Plänen zugestimmt, Albuskjell, Vest Ekofisk und Tommeliten Gamma wieder in Betrieb zu nehmen. Es wird erwartet, dass sich dort noch 90 bis 120 Millionen Fass Öläquivalent herausholen lassen – vor allem Gas, aber auch Kondensat. Das Gas soll per Pipeline Richtung Deutschland gehen, das Kondensat nach Großbritannien. Die Lieferungen könnten nach heutigem Stand Ende 2028 bginnen.
Mehr Areale für die Gas- und Ölsuche
Außerdem wurden insgesamt 70 neue Areale zur Öl- und Gassuche ausgeschrieben. Dabei handelt es sich um Gebiete, die schon relativ bekannt sind und wo teilweise schon Infrastruktur vorhanden ist, sogenannte TFO-Runden (Tildelinger i forhåndsdefinerte områder). Diese befinden sich in folgenden Meeresbereichen:
- 38 Blöcke in der Barentssee
- 10 Blöcke in der Norwegischen See
- 22 Blöcke in der Nordsee
Bedenken gegen landnahe Ölförderung
Wie NRK berichtet, hat das eigene Umweltministerium angesichts einiger Blöcke starke Bedenken angemeldet, unter anderem gegen die vor Südnorwegen vor der Insel Lista, die vergleichsweise landnah liegen. Bei einem Ölunfall wären dort schnell ökologisch wertvolle Küstengebiete betroffen. Diese Bedenken haben bisher kein Gehör gefunden.
Unternehmen haben nun bis zum 1. September Zeit, sich über die Bedingungen zu informieren und ein Angebot abzugeben.
Norwegen als Energielieferant gefragt
Norwegen ist zurzeit als Energielieferant besonders gefragt, da andere entweder ausfallen (Kriegsschäden, Hormus-Blockade) oder sanktioniert sind. Norwegische Unternehmen und der Staat profitieren dabei auch von den hohen Preisen.
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