Island: Fischer kentert nach Kollision mit Frachter – gerettet

Island. Glück im Unglück hatte ein isländischer Nebenerwerbsfischer jüngst bei seiner nächtlichen Tour: Sein Boot wurde von einem Frachter gerammt und kenterte. Gerettet wurde er von einem alten Freund, ebenfalls Fischer, der als Erster bei ihm war. Das Frachtschiff, das mutmaßlich die Ursache war, ist identifiziert, Kapitän und Steuermann in Untersuchungshaft. Darüber berichteten unter anderem RÚV und mbl.is (englisch Iceland Monitor).

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Alter Leuchtturm Garðskagavíti – rund sechs Seemeilen von dort geschah das Unglðck.

Der Unfall ereignete sich am frühen Donnerstagmorgen gegen 3 Uhr sechs Seemeilen nordwestlich von Garðskagi. Arnar Magnússon, der Mann, der seinen Freund rettete, schilderte seine Eindrücke unter anderen gegenüber mbl.is. Zuerst habe er das treibende Objekt für einen Container gehalten, dann sei ihm klar geworden, dass es das kieloben treibende Boot seines Freundes sei. Dieser war bei der Kenterung im Boot geblieben, der Retter konnte zunächst nichts tun, außer Hilfe anzurufen. Dann aber konnte sich der Verunglückte, der es auch noch geschafft hatte, sich einen Überlebensanzug anzuziehen, sich befreien. Arnar Magnússon half seinem alten Freund an Bord, musste dafür aber den mit eisigem Wasser gefüllten Überlebensanzug aufschneiden. Er brachte ihn in den Hafen Sandgerði, wo dann schon der Krankenwagen auf ihn wartete. Das gekenterte Boot wurde von den später eintreffenden Einsatzkräften abgeschleppt.

Spuren der Kollision deutlich sichtbar

Laut den Berichten war das Wetter an dem Tag gut gewesen, es gab eigentlich keine Ursache für eine Kenterung eines solchen stabilen Bootes.  Der Verunglückte hatte allerdings schon seinem Retter von einer Kollision mit einem größeren Schiff berichtet, was dieser weitergab. Ein Schiff, dessen Kurs zu dem Hergang passte, war die Longdawn, auf dem Weg von Straumsvík nach Rotterdam, unter der Flagge von Antigua und Barbuda. Sie wurde von der Küstenwache in den nächsten Hafen beordert, auf den Westmännerinseln. Laut Mitteilung der Polizei sind sowohl am Boot als auch am Frachter Spuren, die die Theorie einer Kollision bestärken. Fotos in den Medien  zeigen den Bugwulst der Longdawn. Kapitän und Crew wurden verhört. Der Kapitän und der erste Steuermann, laut den Medienberichten beide russische Staatsbürger, befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft, es wird gegen sie ermittelt. Die Longdawn durfte ihren Weg mit neuem Kapitän fortsetzen.

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