Eldey (Island). Seit Sonntag Mittag hat die Erde am äußersten Ende von Reykjanes mehr als 500 Mal gebebt – oft nur leicht, vier Mal aber auch stärker als 3. Das zeigen die Aufzeichnungen des isländischen Wetterdienstes (Veðurstofa). Der Erdbebenschwarm konzentrierte sich auf die Umgebung der Insel Eldey. Gleichzeitig warten alle gespannt darauf, ob sich die Ausbruchsserie an der Kraterreihe Sundhnúksgígar fortsetzt, denn darunter haben sich inzwischen 21 Millionen Kubikmeter Magma angesammelt. Doch dort scheint es weiterhin ruhig.

Seismische Aktivität am Reykjanesrücken und zuletzt bei Eldey (rote Punkte). Quelle Veðurstofa Íslands
Die kleine Felseninsel Eldey, von vielen Vögeln bewohnt, liegt auf dem Reykjanesrücken. Dort verläuft die Grenze zwischen zwei Erdplatten, an der sich oft Spannungen entladen, und Erdbeben sind relativ häufig. Erst am Samstag hatte es weiter entfernt von Land schon einen Erdbebenschwarm gegeben. Der jüngste Erdbebenschwarm hielt sich allerdings lange hartnäckig, mit nur wenigen kurzen Pausen. Die meisten Erdstöße lagen dabei zwischen Stärke 1 und 2. Der heftigste kam am Sonntag Nachmittag und hatte die Stärke 3,4. Seit Mitternacht ist es aber deutlich ruhiger geworden.
Zusammenhang zwischen Eldey-Erdbeben und Magmasammlung unter Svartsengi?
Der Erdbebenschwarm regte auf Island zu Spekulationen an, denn Eldey ist nicht weiter entfernt von Grindavík, Svartsengi und den jüngsten Kratern der Kraterreihe Sundhnúksgígar. Doch dort sind die seismischen Aktivitäten seit Monaten minimal. Der letzte Ausbruch, der neunte der Serie, endete am 5. August. Doch es lässt sich immer noch eine langsame, aber stetige Landhebung dort messen. Laut der Kalkulation des isländischen Wetterdienstes befinden sich inzwischen 21 Millionen Kubikmeter Magma in der Magmakammer unter Svartsengi. Die größte Menge, die sich bisher dort ansammelte, bevor es zu einem Ausbruch kam, waren 22,6 Millionen Kubikmeter.
Keine Anzeichen für Magma bei Eldey
Benedikt Ófeigsson, Spezialist für Deformationsmessungen beim isländischen Wetterdienst, sieht im Interview mit RÚV keinen direkten Zusammenhang zwischen den Erdbeben bei Eldey und vulkanischer Aktivität bei Sundhnúksgígar – außer, dass sie beide von Veränderungen der Erdkruste beeinflusst seien. Auch gebe es keine Anzeichen für eine Magmaansammlung bei Eldey. Der letzte Ausbruch dort sei etwa 100 Jahre her.
Sundhnúksgígar: „Der Tank ist voll“
Wie es mit der Ausbruchsserie an der Kraterreihe Sundhnúksgígar weitergehe, könne man aktuell nicht sagen. Benedikt Ófeigsson hält es für wahrscheinlich, dass es noch ein oder zwei Eruptionen geben wird. Es habe sich eine große Menge Magma angesammelt. „Man könnte sagen, der Tank ist voll.“ Die einzige Frage sei, ob das reiche, noch eine Eruption zu starten.
Aktualisiert 7.30 Uhr
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