Longyearbyen/Spitzbergen (Norwegen). Mit neun Tagen Verspätung kam diese Woche das erste Versorgungsschiff des Jahres nach Longyearbyen auf Spitzbergen. Damit ist zumindest ein Problem auf dem abgelegenen Archipel vorerst halbwegs gelöst. Nicht gelöst ist weiterhin das Wasserproblem: Noch immer müssen die Ortsbewohner ihr Wasser in Kanistern im Supermarkt holen, weil das Leitungswasser zu viel Nickel und Mangan enthält. Darüber berichteten NRK und Svalbardposten.
Als das Versorgungsschiff Norbjørn aus Tromsø am Mittwoch endlich in Longyearbyen anlegte, wurde es schon sehnlichst erwartet – und als erstes sollten die frischen Lebensmittel möglichst schnell zum Geschäft und in die Restaurants. Doch die Verzögerung hatte Folgen. So berichtete ein Restaurantbetreiber gegenüber Svalbardposten, dass bei einem Teil sein Ware nun schon das Mindesthaltbarkeitsdatum ablaufe – weil sie zum ursprünglichen Frachttermin bestellt war und und schon auf dem Weg nach Tromsø war, als die Verspätung bekanntgegeben wurde. Eigentlich hatte er sein Restaurant auch schon früher wieder öffnen wollen, hätte aber den Gästen nichts anzubieten gehabt. Auch für andere Unternehmer, die ihre Logistik auf den Fahrplan ausgerichtet hatten, bedeutete die Verzögerung Mehraufwand. Das einzige Geschäft des Ortes, Svalbardbutikken, behalf sich schließlich mit zusätzlicher Luftfracht.
Versorgung mit Frischware besonders schwierig
Dass das Schiff in die Werft musste, zur Wartung und für die Erneuerung der Klassifizierung, war vorher angekündigt gewesen. Zuletzt war Norbjørn am 19. Dezember in Longyearbyen gewesen und sollte am 19. Januar wiederkommen. Dabei hatte die Post/Bring als Verantwortliche für den Frachtverkehr nach Spitzbergen darauf verzichtet, zwischendurch ein Ersatzschiff einzusetzen. Als dann auch noch eine Verspätung auf der Werft bekannt gegeben wurde, waren einige Frischwarenregale im Supermarkt schon ziemlich leer, auch wenn es insgesamt noch ausreichend Lebensmittel gab, zum Beispiel Tiefkühlware. Die Situation wurde aber sogar im Parlament diskutiert und machte deutlich, wie schnell die Lage auf der abgelegenen Inselgruppe prekär werden kann.
Trinkwasser hat zu viel Mangan, Nickel und Sulfat
Noch schwieriger lösbar scheint das Trinkwasserproblem. Es ist nun fast ein Jahr her, dass die Ortsverwaltung davon abriet, Nahrung für Babys mit Leitungswasser zuzubereiten, da es einen zu hohen Manganwert habe. Eltern von Kindern unter einem Jahr dürfen sich zehn Liter Flaschenwasser gratis im Laden holen. Im Herbst dann waren die Werte so hoch, dass selbst Erwachsene das Leitungswasser nicht mehr trinken sollten. Sie können sich jetzt im Laden Wasser abzapfen, das zuvor in der örtlichen Brauerei gefiltert wurde. Zeitweise sanken die Werte des Rohwassers zwar wieder, waren aber nicht stabil. Die Variationen seien zu groß, so ein Verwaltungsvertreter zu Svalbardposten. Neben Mangan sind auch Nickel und Sulfat immer wieder hoch – ohne dass es dafür eine Erklärung gibt.
Zurzeit läuft ein Test mit einem Filter an Longyearbyens Trinkwasserreservoir, dem Stausee Isdammen. Wie eine dauerhafte Lösung aussehen soll, ist noch nicht klar.
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