Grönland: Riesige Demonstrationen – Trump eskaliert weiter

Grönland/Dänemark/USA. Tausende gingen gestern in Grönland und Dänemark auf die Straße, um gegen die Grönland-Pläne des US-Präsidenten Donald Trump zu protestieren. Doch noch während die Aktionen in Gange waren, eskalierte Trump erneut: Er kündigte Strafzölle an für jene Länder, die gerade eine Handvoll Soldaten und Offiziere für eine Übung auf die Insel geschickt hatten. Über den Tag berichteten unter anderem KNR und DR. 

Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen bedankte sich bei den Teilnehmern mit diesem bilderreichen Facebook-Post für Ruhe, Respekt und Solidarität.

Mit keinem Wort ging Trump dabei auf die zahlreichen Demonstrationen ein, über die international berichtet wurde: Allein in Kopenhagen waren nach Angaben der Veranstalter gegenüber DR 20 000 Leute auf der Straße, Bilder zeigen dort dänische neben grönländischen Flaggen wehen. Rund 17 000 in Grönland Geborene leben in Dänemark. Demonstriert wurde auch in sechs weiteren dänischen Städten. Etwas zeitversetzt begannen auch in Grönland die Demonstrationen. Videos zeigen, dass wirklich ein großer Teil der 20 000 Einwohner in Nuuk inklusive Premierminister Jens-Frederik Nielsen auf den Beinen war und mit zum US-Konsulat zog. Auch aus Aasiaat, Qaqortoq und Ilulissat wurden Demonstrationen gemeldet.

Soldaten aus vielen Ländern, aber keine große Menge

Die Zahl der nicht-dänischen Soldaten und Offiziere, die aktuell  in Grönland üben und über die sich Trump echauffiert, ist höchst begrenzt: Norwegen, Schweden, Finnland, Großbritannien und die Niederlande haben ein oder zwei geschickt, Deutschland 13 und Frankreich 15. Auch die USA waren letztlich zu diesem Manöver eingeladen worden. Die USA haben allerdings ohnehin eine Militärbasis in Grönland, die inzwischen Pituffik Space Base heißt. Und hatte früher noch mehr – doch es war die Entscheidung der US-Politik, die Präsenz dort zu reduzieren.

Druck und Ungewissheit über Grönland bleibt

Mit den neuen Äußerungen von Trump ( zehn Prozent Zölle jetzt, 25 Prozent ab 1. Juni und nachdrückliche Absicht, Grönland an sich zu bringen ) setzt sich für die Grönländer der Druck und die Ungewissheit fort, die seit einem Jahr über dem Land liegt. Mit ihrem Besuch in Washington hatten Dänemarks Außenminister Lars Løkke Rasmussen und seine grönländischen Kollegin Vivian Motzfeldt versucht, eine Lösungsweg für echte Sicherheitsbedenken zu initiieren. Bis heute scheint es dazu keine öffentlichen Äußerungen ihrer Gesprächspartner, Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio, zu geben – nur ein Statement der nicht beteiligten Pressesprecherin. Trump selbst geht überhaupt nicht auf die dort geschlossene Vereinbarung ein.

75 Prozent der US-Amerikaner gegen Trumps Grönland-Pläne

Gerade erst war eine Gruppe aus elf US-Senatoren,  sowohl Demokraten als auch Republikaner, in Kopenhagen gewesen, um sich zu informieren un dihre Solidarität zu zeigen. Laut Politico hat Trump für seine Grönland-Kauf-oder-Eroberungspläne nicht einmal bei allen Republikanern Rückhalt, und eine CNN-Umfrage ergab, dass 75 Prozent der US-Amerikaner dagegen sind. Ob Trump überhaupt ein Notstandsgesetz nutzen kann, um im Alleingang weitere Zölle zu erheben, wird demnächst der Supreme Court entscheiden, berichtet CNN. Dass Trump von seiner fixen Grönland-Idee unter keinen Umständen lassen will, ist aber erneut bestätigt worden.

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