Longyearbyen/Spitzbergen (Norwegen). Eigentlich hätte heute das Frachtschiff Norbjørn in Tromsø ablegen und neue Lebensmittel nach Longyearbyen bringen sollen. Doch das Frachtschiff liegt noch auf der Werft, Ersatzteile haben sich verspätet. Im einzigen Supermarkt fehlen schon die ersten frischen Lebensmittel. Darüber wurde auch im norwegischen Parlament diskutiert – wobei zuerst einmal niemand zuständig sein wollte. Darüber berichtete NRK.
Im Beitrag für „Nordnytt“ zeigt Geschäftsführer Ronny Strømnes die leeren Regale in „Svalbardbutikken“, dem einzigen Lebensmittelgeschäft Longyearbyens, das zur Coop-Kette gehört. Es fehlten frisches Hackfleisch und Geflügel sowie Obst und Gemüse mit kurzer Haltbarkeit. Für das meiste gebe es noch tiefgefrorene Alternativen, so Strømnes. Doch natürlich würde er den Einwohnern Longyearbyens gerne auch Frischware anbieten.
Spitzbergens Versorgungslinie: Norbjørn
Norbjørn, ein 86 Meter langes Frachtschiff mit Eisklasse und zwei Bordkränen, liefert praktisch alles, was man auf Spitzbergen braucht: Post, Lebensmittel, andere Fracht. Normalerweise legt es alle zehn Tage in Tromsø ab und braucht etwa drei Tage bis Longyearbyen. Nun liegt es auf der Werft in Nesna, und die benötigten Ersatzteile sind verspätet. Bisher wurde kein neuer Termin genannt.
Postflugzeug Ende 2024 eingestellt
Bis Ende 2024 hatte Coop Svalbard noch eine Alternative schnell zur Hand: Damals verkehrte noch ein Postflugzeug, das auch die frischen Lebensmittel mitbrachte. Doch die Post kündigte dem damaligen Flug-Dienstleister: Es gebe immer weniger Briefe, und man müsse sparen. Stattdessen sollten die Frachtkapazitäten der Linienflüge von SAS und Norwegian genutzt werden – und das Schiff. Schon damals hatte Strømnes die Befürchtung, dass die Kapazitäten der Linienflüge nicht ausreichen könnten, und dass es Tage geben könnte, an denen nicht mehr alle frischen Produkte verfügbar seien. Nun ist auch noch der aktuelle Hauptlieferant verspätet.
Notfalls mehr Frachtkapazität im Linienflug
Svalbardposten erfuhr vom Pressesprecher der Post, dass heute noch ein regulärer Flug inklusive Fracht eintreffen soll. Außerdem arbeite man daran, für den 23. Januar zusätzliche Frachtkapazitäten zu organisieren, sollte dies notwendig werden.
Versorgungssicherheit auf Spitzbergen auch Thema für die Politik
Nachdem ein Parlamentsmitglied das Thema im Storting zur Sprache brachte, gab es zunächst Uneinigkeit darüber, wen denn nun zuständig sei: der Minister, der auch für die Post zuständig ist? Die Wirtschaftsministerin? Der Sysselmester? Die Justizministerin, die für die Inselgruppe insgesamt zuständig ist? Letztlich berief Wirtschaftsministerin Cecilie Myrseth ein eiliges Treffen ein. Dabei ging es letztlich darum, auch langfristig die Versorgungssicherheit für Longyearbyen sicherzustellen.
Früherer Artikel zum Thema: Bald kein Postflugzeug mehr nach Longyearbyen


