Uranabbau in Schweden wieder erlaubt – erster Antrag liegt vor

Schweden/Finnland. Seit Jahresbeginn ist in Schweden der Uranabbau wieder erlaubt. Der erste Antrag darauf liegt bereits vor – für ein Vorkommen in Oviken, Jämtland. Darüber berichtete SVT. Die aktuell einzige europäische Urangewinnung befindet sich in Sotkamo, Nordfinnland. 

Standorte Oviken, Schweden, links, geplanter Uranabbau, und Sotkamo, Finnland, wo bereits Uran abgebaut wird. Karte sel/openstreetmap

Das australische Bergbauunternehmen Aura Energy hat den ersten Antrag auf Genehmigung zum Uranabbau gestellt. Aura Energy, beziehungsweise dessen schwedische Tochter Vanadis Battery Metals, hat bereits einen Antrag bei der Bergbaubehörde (Bergstaten) auf Abbau von Vanadin laufen. Es handelt sich um das sogenannte Häggån-Vorkommen in Oviken in Jämtland, in der Nähe des Sees Storsjön. Es war allerdings immer klar, dass das Unternehmen auch das dort vorkommende Uran nutzen wollen würde, sobald der Abbau legal wird. 

Proteste vor Ort, Kritik von der Verwaltung

Die Verwaltung von Jämtland (Länsstyrelse) hatte den Antrag auf Vanadinabbau allerdings bisher abgelehnt, weil sie darin Informationen vermisste. Die Verwaltung fand die Angaben zu den Auswirkungen der Grube auf den See Storsjön und damit die Wasserversorgung der Region nicht ausreichend. Die betroffene Kommune und die Bevölkerung vor Ort haben bereits mehrfach protestiert und ihre Befürchtung ausgedrückt, die Grube könne das Wasser verunreinigen. Außerdem würde eine Grube eine erhebliche Zerstörung der Natur bedeuten. 

Uran als Nebenprodukt würde Wirtschaftlichkeit erhöhen

Mit dem Abbau von sowohl Vanadin als auch Uran würde sich die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens erhöhen. Deshalb hat das Unternehmen nun den Antrag auf Ausweitung seiner Pläne gestellt. Der Urangehalt soll 155 mg pro kg betragen. Bis alle benötigten Unterlagen vorliegen, und bis ein Beschluss dazu gefasst ist, wird es aber noch lange dauern. 

Teil der schwedischen Atomkraft-Strategie

„Mehr Atomkraft“ war eins der zentralen Wahlversprechen der aktuellen schwedischen Regierungsparteien. Die Aufhebung des Uranabbau-Verbots ist ein Teil der Umsetzung. Damit soll der benötigte Brennstoff  aus dem eigenen Land kommen können.

Finnland bisher einziges europäisches Land mit Uranabbau

Finnland ist in diesem Prozess schon etwas weiter, wie jüngst auch das schwedische Radio berichtete: Mitte 2024 begann dort die Firma Terrafame bereits die Gewinnung von Uran als Nebenprodukt in der als Talvivaara bekannten Grube bei Sotkamo. Hauptprodukt sind Batteriemetalle. Der Urangehalt in diesem Projekt beträgt 17 mg pro kg. Die dort jährlich augebaute Menge würde reichen, um das AKW Olkiluoto 3 neun Monate lang zu betreiben. Zur Anreicherung wird der Rohstoff allerdings in andere europäische Länder oder in die USA verkauft, da es keine entsprechende Anlage in Finnland gibt.

Früherer Artikel zum Thema:Uranabbau in Schweden ab Januar 2026 wieder erlaubt

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