Fracht per Linienbus in Norrbotten nur noch dieses Jahr

Norrbotten (Schweden).  Die Idee hinter Bussgods: Überland-Linienbusse nehmen Fracht mit auf einem Weg, den sie sowieso fahren. Diese Kopplung hielt sich am längsten in Schwedens dünn besiedelten nördlichen Regionen. Nun steigt Norrbotten zum Ende des Jahres aus: Mit der Fracht habe man nur noch Verluste gemacht. Davon betroffen sind auch touristische Einrichtungen und ihre Gäste. Darüber berichteten SVT und Norrbottens Media.

Bussgods

Bussgods-Verladestation in Gällivare.

Mit Bussgods kann man Fahrräder, Skier oder andere sperrige Sachen schweden-weit verschicken.  Nur Norrbotten, Västerbotten und Västernorrland bedienten ihren Landesteil aber noch größtenteils tatsächlich mit Hilfe der Linienbusse des regionalen öffentlichen Verkehrs. Die Busse sind besonders lang, weil sie am Heck noch ein Frachtabteil haben. Das Geschäft lohnt aber offensichtlich nicht mehr:  „Die Idee war, dass Bussgods einen Gewinn erwirtschaften sollte, der dann den Personenverkehr bezuschusst“ erklärt ein Aufsichtsratsmitglied von Länstrafik Norrbotten gegenüber SVT. Stattdessen habe der Dienst in den vergangenen Jahren Verluste gemacht. Deshalb soll nun Schluss sein. Für den Personenverkehr habe dies durchaus Vorteile, so ein anderes Mitglied gegenüber Norrbottens Media: Man könne nun normale Busse kaufen, die auch billiger seien, und das Ein- und Ausladen der Fracht falle weg.

Bussgods lieferte auch Touristengepäck

Zu den bisherigen Nutzern von Bussgods gehörten auch touristische Einrichtungen, viele Hütten der Svenska Turistföreningen (STF) werden so mit Lebensmitteln versorgt. Die STF-Sprecherin verwies auch darauf, dass viele Wanderer sich Gepäck an die Endstationen liefern ließen. In diesem Sommer ist dies auch weiterhin möglich, Ende des Jahres soll dann Schluss sein, auch für die 46 Angestellten.

Wer springt in die Service-Lücke?

Für die bisherigen Nutzer ist fraglich, ob sie entsprechenden Ersatz finden. Die Wege in Norrbotten sind schließlich weit, die Frachtmengen aber wohl eher gering. Bei einem Unternehmen, das dafür extra einen Fahrer losschicken muss, wäre der Preis wohl entsprechend höher.  Gegenüber Norrbottens Media wunderte sich deshalb auch ein Gastwirt, wie es sein könne, dass Bussgods nicht gut laufe – bei den aktuellen Benzinpreisen in Schweden. Welche Möglichkeiten Wanderer nächstes Jahr haben, die Gepäck vorausschicken wollen, ist noch unklar. Das gewöhnliche Begleit-Gepäck von Reisenden wird aber wie immer mitgenommen.

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