Der Abenteurer und Polarfreund Arved Fuchs ist wieder unterwegs: Bei seiner diesjährigen Ocean-Change-Expedition mit dem Haikutter „Dagmar Aaen“geht es über die Färöer, Island und Grönland nach Kanada. Gestern startete er in Kiel. Andere dürfen daran gerne teilhaben: Man kann die Reise auf seiner Website und über verschiedene soziale Medien verfolgen. „Wir wollen Werbung für den Ozean machen“, so erklärt Fuchs die Mission.

Abfahrt Richtung Nord-Ostsee-Kanal: Die „Dagmar Aaen“ ist ein 95 Jahre alter Haikutter. Foto Thomas Christiansen
Arved Fuchs und seine Crew werden unterwegs nicht nur die Segel bedienen, sondern auch die wissenschaftlichen Instrumente von verschiedenen Instituten, die sie an Bord haben. Sie messen – ehrenamtlich – in dem Ozean, den sie durchqueren, Temperatur, CO2- und Salzgehalt, filtern Mikroplastik heraus und senden alles inklusive der aktuellen Wetterdaten an das Beluga-Portal des Kieler Meeresforschungsinstituts Geomar. Dort kann sie jeder abrufen. Daten über Temperatur- und Salzgehalt sind beispielsweise wichtig für die Forschung zum System der Atlantischen Umwälzzirkulation (Atlantic Meridional Overturning Circulation, AMOC).
Prototyp-Messboje soll ausgesetzt werden
An Bord der Dagmar Aaen ist auch eine Messboje des Deutschen Wetterdienstes verstaut, die an einer festgelegten Position zwischen den Färöern und Island ausgesetzt werden soll. Das Besondere daran: Normalerweise sind solche Bojen aus Plastik, bei dieser handelt sich aber um einen Prototypen aus Holz.
Die Tour dauert voraussichtlich bis September. Sie soll über die Färöer, Island und Grönland (Tasiilaq und Nuuk) nach Kanada (u.a. Baffin Island) gehen. Dort soll die „Dagmar Aaen“ überwintern, 2027 geht es weiter.
„Gerade jetzt notwendig, an Umwelt- und Klimaschutz zu erinnern“
Arved Fuchs, Jahrgang 1953, reist seit mehr als vier Jahrzehnten in die Arktis und hat mit eigenen Augen die Veränderungen gesehen, die dort stattfinden. Noch mehr kann die indigene Bevölkerung vor Ort erzählen – deshalb hat Fuchs bereits Verabredungen getroffen, um ihre Perspektive zu hören. Davon wird er von unterwegs berichten. Wie er in seinem jüngsten Podcast erklärt, sei es gerade jetzt notwendig, darauf aufmerksam zu machen, da die Themen Umwelt und Klimaschutz in den Hintergrund geraten seien. Das Ziel Grönland sei in dieser Hinsicht ein doppelter Brennpunkt: zum einen wegen des sichtbaren Klimawandels, zum anderen wegen der Begehrlichkeiten des US-Präsidenten.
Die Position der Dagmar Aaen kann dank eines Trackers auf der Website verfolgt werden, inklusive Live-Kamera. Auf der Website gibt es auch Links zum Podcast und den Social-Media-Accounts.
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