Erstmals Wildschwein nördlich des Polarkreises erschossen

Rovaniemi/Kittilä (Finnland). Wildschweine nördlich des Polarkreises? Zumindest eins, das ein finnischer Jäger vergangene Woche in Lohiniva, an der Kommunegrenze Rovaniemi/Kittilä, geschossen hat. So weit nördlich gibt es noch keinen Bestand – aber mit dem wärmeren Klima rückt auch diese Tierart in den Norden vor.  Darüber berichtete Yle. 

Wildschwein, hier in einem Wildpark. Foto Kontraproduktivität/ Wikimedia, CC BY-SA 4.0

Die Wildschweine, die in Finnland leben, sind laut dem finnischen Naturinstitut Luke aus Russland eingewandert. Dazu kommen jene, die aus Gehegen ausgerissen sind. Der Bestand liegt aktuell bei rund 2400 Tieren und wird praktisch ganzjährig bejagt. Die meisten Wildschweine in Finnland leben allerdings in den südlicheren Regionen. Bisher wurden die nördlichsten Vorkommen bei Tornio und Kuusamo gemeldet. Das nun erlegte Tier befand sich aber 150 Kilometer nördlich davon. 

Eine in diesem Jahr erschienene Doktorarbeit widmet sich den Wildschweinen in Finnland. Danach begrenzen bisher tiefer Schnee und harte winterliche Konditionen ihren Radius –  aber die Winter werden ja insgesamt milder. 

Gefürchtet als Überträger der Afrikanischen Schweinepest

Wildschweine können Schäden in der Landwirtschaft verursachen. Noch mehr gefürchtet sind sie jedoch als Überträger der Afrikanischen Schweinepest. Die ersten Fälle waren drei tote Frischlinge bei Virolahti im äußersten Südosten. Inzwischen gibt es 14 Fälle und dort ist eine Zone eingerichtet worden, in der Jagen, aber auch Beeren und Pilze sammeln verboten ist. Das nun in Lappland geschossene Tier war aber laut Yle nicht infiziert. Menschen erkranken auch nicht an der Schweinepest. 

Wildschweine in Övertorneå

Auch in den Nachbarländern Norwegen und Schweden wandern die Wildschweine nordwärts. Das nördlichste in Schweden geschossene Wildschwein fand sein Ende in Övertorneå, nahe der finnischen Grenze und noch etwas südlich des Polarkreises. Es war bereits das zweite dieses Jägers.

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