Bjørnøya – das Schlüsselobjekt für Seevögel im Norden

Bjørnøya (Norwegen). Die Insel Bjørnøya zwischen dem norwegischen Festland und Spitzbergen beherbergt nur eine meteorologische Station, aber für ein paar Monate im Sommer eine Million brütende Seevogel-Paare. Die Zahl der Seevögel ist allerdings weltweit rückläufig. Warum wissenschaftliche Untersuchungen auf Bjørnøya so wichtig sind, und warum nur internationale Kooperation helfen kann, zeigt ein neuer Dokumentarfilm des Arktischen Rates. Außerdem bekommt man dabei Eindrücke von der schwer zugänglichen Insel.

Seevögel auf Bjørnøya -Screenshot aus dem Film „Unveiling the Mysteries of Arctic Seabirds“. Quelle: Jessica Cook / Arctic Council/ Norsk Polarinstitutt

Bjørnøya, die Bäreninsel, ist beliebt bei den Seevögeln, weil das Meer dort sehr nahrungsreich ist. Das wärmere Wasser des Atlantiks trifft dort auf das kältere arktische Wasser, es handelt sich um die sogenannte Polarfront-Zone. Die Vögel haben deshalb gute Aussichten, nah am Nistplatz ausreichend Futter für den Nachwuchs zu beschaffen. Bjørnøya ist  – noch – der  südlichste Punkt für arktische Arten wie Dickschnabellumme und Krabbentaucher, und der nördlichste Punkt für Seevögel aus südlicheren Gegenden wie Trottellumme und Tordalk. Das macht die Insel zu einem besonders interessanten Ort, um die Interaktion und auch die Veränderungen zu beobachten. Das norwegische Polarinstitut betreibt seit 40 Jahre Seevogel-Monitoring auf Bjørnøya.

Wo sind Seevögel, wenn sie nicht brüten?

Etwa eine Million Paare brüten jedes Jahr an den steilen Felsen der Insel. Den Rest des Jahres verbringen sie irgendwo auf  See – wo genau, versuchen die Wissenschaftler herauszufinden.  Inzwischen fließen die Ergebnisse auch in die Programme der Arktischen Rates ein – viele Arten leben rund um den Nordpol. Zu den Forschungsmethoden gehört, Vögel mit GPS-Sendern zu versehen. Außerdem wird der Zustand der Vögel und die Belastung mit Umweltgiften untersucht. Positiv: Tatsächlich geht die Belastung mit PCB und Pestiziden zurück – dank internationaler Abkommen, wie Hallvard Strøm vom norwegischen Polarinstitut, Haupt-Sprecher des Films, feststellt. 

Bjørnøya – eine schwer zugängliche Insel

Die Insel Bjørnøya besteht größtenteils aus flachem Land, an der Südspitze und im Osten befinden sich aber die imposanten Kliffs, die man im Film sieht. Fast alles ist Naturschutzgebiet, und bis auf die meteorologische Station ist die Insel unbesiedelt. Es gibt auch keinen richtigen Hafen, nur einen Kai für kleine Boote an der meteorologischen Station und ein paar Ankerbuchten. Aufgrund des häufigen Nebels seien auch Helikopterlandungen schwierig, heißt es dazu auf der Infoseite des norwegischen Seevogel-Programms SEAPOP. Im Film kann man nun einen Blick auf diese Insel werfen.

Der Film: Unveiling the Mysteries of Arctic Seabirds ( ca.30 Minuten, englisch)

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