Övertorneå (Schweden). Im September 2023 brannte die Kirche von Hietaniemi bei Övertorneå in einer Nacht komplett ab. Bevor nun mit dem Ersatzbau begonnen wird, untersuchen Archäologen den Boden, auf dem die Kirche einst stand. Und erlebten schon eine Überraschung: Mehr als 100 Menschen waren darunter begraben worden. Für die Archäologen ist das ein wichtiger Fund, der noch mehr Aufschluss über das frühere Leben im Tal des Torneflusses geben kann. Darüber berichtete SVT.
Die letzte Kirche von Hietaniemi am Tornefluss im Ort Hedenäset, Kommune Övertorneå, war 1747 eingeweiht worden. Architekt war Johannes Biskop aus Kronoby im heute finnischen Österbotten, von dem auch die Kirchen in Övertorneå und Jokkmokk stammen. Bekannt war bereits, dass dies nicht die erste an dieser Stelle war und dass es ein paar Gräber in dem Bereich gab. Warum sie im Herbst 2023 nachts niederbrannte, ist nicht bekannt. Es konnten nur wenige Dinge daraus gerettet werden.
Mehr als 100 Gräber unter der Kirche
Die Untersuchungen und Ausgrabungen erwiesen sich nun als sehr ergiebig, wie Archäologin Annika Nordström gegenüber SVT berichtete. Außer den Resten der früheren Kapelle am Standort wurden auch Gebeine von 100 bis 130 Personen gefunden, die dort bestattet worden waren, Frauen, Männer und Kinder. Von diesen sollen nun Proben analysiert werden, um herauszufinden, wo sie aufgewachsen sind. Das Tal des Torneflusses ist in der Vergangenheit von vielen Bevölkerungsgruppen genutzt worden.
Zu den Funden gehörten auch zwei mumifizierte Säuglinge in kleinen Särgen. Diese kleinen Särge wurden im nahen Krankenhaus in Kalix geröntgt, ohne sie zu öffnen. Danach wurden sie wieder begraben.
Wiederaufbau in ähnlichem Stil, aber kleiner
Wie SVT berichtet, soll die Kirche von Hietaniemi im selben Stil wieder aufgebaut werden, allerdings kleiner. Sie soll gut 70 Personen fassen. In der früheren fanden 140 Personen Platz.
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