Forschungsschiff fast ohne Eisbrechen bis zum Nordpol

Nordpol. Das norwegische Forschungsschiff „Kronprins Haakon“ war gerade am Nordpol. Der Weg dorthin war einfacher als erwartet, berichtet Expeditionsleiter Paul Todd: „Wir konnten meistens durch offenes Wasser um die Eisschollen herumfahren“. Eisbrechen sei kaum nötig gewesen. Deshalb war das Schiff auch vier Tage schneller am Nordpol als eigentlich geplant. Das meldete das Norwegische Polarinstitut.

Eisprobenentnahme am Nordpol. Foto Vegard Stürzinger, Norsk Polarinstitutt

Die „Kronprins Haakon“ ist  unterwegs im Rahmen des großen norwegischen Forschungsprogramms „Polhavet 2050„, das über zehn Jahre laufen soll. Ziel ist es, den Ist-Zustand und die Veränderungen im Arktischen Ozean (Polhavet) zu dokumentieren. Dazu werden Messsysteme ausgesetzt, die autonom das ganze Jahr über Daten aufzeichnen. Dieses Jahr werden auch die Messbojen geborgen, die 2024 ausgesetzt wurden. Unterwegs untersuchten Forscher auch das noch vorhandene Eis, zum Beispiel auf Zooplankton und Phytoplankton. Daran könne man sehen, wie sich die Nahrungsketten bei höheren Temperaturen entwickeln, so Todd. 

Nach dem Nordpol weiter Richtung Kanada

Die Expedition war am 23. Juli in Longyearbyen auf Spitzbergen gestartet. An Bord sind rund 30 Wissenschaftler aus verschiedenen norwegischen Forschungsinstituten. Nach den Untersuchungen am Nordpol fährt die „Kronprins Haakon“ nun noch ein Stück weiter westlich Richtung Kanada. Insgesamt soll die Expedition 50 Tage dauern.

Auch die Beobachtung der Polarregion über Satellitenbilder lässt den Schluss zu, dass die Eisdecke über dem Polarmeer aktuell sehr dünn ist. Das sommerliche Meereis-Mininum ist normalerweise erst im September. 

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Arktisches Meereis-Minimum war am 10. September

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