Grenzüberschreitendes Kupfer-Projekt wieder einen Schritt weiter

Schweden/Norwegen. Das grenzüberschreitenden Bergbauprojekt am Stekenjokk und bei Røyrvik im Trøndelag ist wieder einen Schritt weiter: Die schwedische Regierung hat die Ablehnung der Bergbaubehörde aufgehoben und dem Stekenjokk-Teil des Projektes die Bearbeitungskonzession erteilt. Das meldete SVT. Das Konzept sieht vor, dass Kupfer und Zink an insgesamt vier Standorten abgebaut und bei Røyrvik angereichert werden. 

Karte

Bergbau nahe der Landesgrenze: Stekenjokk und Joma. Karte sel/openstreetmap

Viele Touristen kennen den „Vildmarksvägen“  – von Vilhelmina in Västerbotten über das Hochplateau Stekenjokk, 876 Meter über Meereshöhe, bis nach Strömsund, Jämtland. Die Strecke über den Berg wurde aber einst nicht für Touristen, sondern für die Grube auf dem Stekenjokk angelegt. Sie war von 1963-1967 und von 1976-1988 in Betrieb und wurde 1988 wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit geschlossen.

Neuer Anlauf für alte Grube auf dem Stekenjokk

Die schwedische Firma Bluelake Minerals hofft angesichts der gestiegenen Nachfrage nach Kupfer auf mehr Erfolg. Allerdings hatte die Bergbaubehörde den Antrag auf eine Bearbeitungskonzession für das Vorkommen Stekenjokk mehrfach abgelehnt, zuletzt 2024: Die Behörde sah  „zu große Unsicherheiten in Bezug auf Qualität und Erzgehalt“ und hatte deshalb Zweifel an der Wirtschaftlichkeit. Die Regionalverwaltungen von Västerbotten und Jämtland hatten dagegen zugestimmt. In solchen Konfliktfällen entscheidet die Regierung. Diese erteilte nun Vilhelmina Minerals, der Tochterfirma von Bluelake Minerals, die fehlende Bearbeitungskonzession. Für ein weiteres Abbaugebiet ganz in der Nähe, Levi, liegt die Konzession bereits vor. 

Neuer Anlauf für alte Grube am Jomafjell

Das Kupfer und Zink aus dem schwedischen Fjäll soll dann zur Verarbeitung mit dem LKW nach Røyrvik auf der norwegischen Seite gebracht werden. Auch dort gab es schon einmal eine Kupfergrube, Grong Gruber am See Auster Hudningsvatnet am Jomafjell. Diese soll nun als Joma Gruver reaktiviert werden, inklusive Anreicherungswerk. Abgebaut werden soll auch südlich des Sees Orvatnet. Es sollen etwa 115 Arbeitsplätze entstehen.  Für den 430-Einwohner-Ort Røyrvik wären das viel – statt Abwanderung könnte man auf Zuzug und Erhalt der Infrastruktur hoffen. Allerdings ist die Kommune finanziell schwach und schlecht gerüstet für Veränderungen.

Protest von Rentierhaltern auf beiden Seiten der Grenze

Rentierhalter auf beiden Seiten der Grenze hatten gegen die Bergbaupläne protestiert, wie NRK und SVT berichteten. Sie hatten insofern teilweise Erfolg, als das der Abbau und der Abtransport vom  Stekenjokk nur noch im Winterhalbjahr stattfinden soll, wo das Gebiet nicht oder weniger von Rentieren genutzt wird. In Norwegen soll dagegen das ganze Jahr über Betrieb sein. Laut Bluelake Minerals sollen im Laufe von 20 Jahren 13,1 Millionen Tonnen Roherz abgebaut werden, etwa 5,7 Millionen Tonnen in Joma und 7,4 Millionen Tonnen in Stekenjokk/Levi. Der Start ist für 2030 geplant. Allerdings fehlen dafür noch weitere Genehmigungen. Nächster Schritt soll die Umweltprüfung in Schweden sein.

Im Winter meterhoch Schnee auf dem Stekenjokk

Zurzeit wird die Bergstrecke über das Stekenjokk zwischen 15. Oktober und 6. geschlossen und nicht geräumt. Es liegt oft meterhoch Schnee. Soll in dieser Zeit Erz nach Norwegen transportiert werden, müsste die Strecke ganzjährig geräumt werden.

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