Norwegen/Schweden. Drei Wochen nach dem Lawinenunglück bei Narvik in Norwegen konnten Rettungsmannschaften gestern den umgekommenen französischen Skitouristen bergen. Bisher dahin war die Lawinengefahr im Fjell für eine Suche am Boden zu hoch gewesen. Erst am Mittwoch riss eine Lawine südlich von Riksgränsen in Schweden fünf Schneemobilfahrer mit sich, die allerdings gerettet werden konnten. Darüber berichteten NRK und SVT. Die Behörden warnen Osterurlauber explizit vor der andauernden Lawinengefahr im Fjell.

Orte der Lawinen: Bei Helligvatnet in Norwegen kam ein Skifahrer ums Leben. Bei der Lawine bei Kårsavagge, Schweden, gab es drei Verletzte. Karte sel/Openstreetmap
Eine Dreiergruppe aus Frankreich war am 6. März auf Skiern bei Helligvatnet unterwegs gewesen, zwischen Beisfjord und der Grenze zu Schweden, als eine Lawine sich löste. Einer der drei wurde dabei komplett verschüttet. Die beiden anderen versuchten zunächst, ihn zu finden, aber erfolglos. Rettungskräfte suchten das Gebiet schließlich per Hubschrauber ab. Personal am Boden einzusetzen, galt aufgrund der weiterhin bestehenden Lawinengefahr als zu gefährlich. Angesichts der Zeit, die der Mann unter dem Schnee lag, ging die Polizei später davon aus, dass er umgekommen war.
Unterstützung durch ehrenamtliche Retter und Hunde
Am Freitag und Samstag schätzten die Fachleute die Situation jetzt als gut genug ein, um den Verschütteten zu bergen. Bei der Suche orientierten sich die Einsatzkräfte an den Angaben der beiden Überlebenden. Die Polizei erhielt vor Ort Unterstützung von Freiwilligen des Roten Kreuzes, Norsk Folkehjelp und Norske Redningshunder. Der Mann wurde gefunden.
Verschüttete Schneemobilfahrer an „Rubens vägg“
Erst vor wenigen Tagen, am 25. März, gab es nicht weit entfernt davon auf der schwedischen Seite ein weiteres Unglück, das auch leicht hätte schlechter ausgehen können. Dabei waren zwei Gruppen mit Schneemobilen bei Kårsavagge südlich von Riksgränsen an einem Hang unterwegs gewesen, der als „Rubens vägg“ bekannt ist. Dadurch wurde eine Lawine ausgelöst, die fünf Personen mit sich riss. In einem Großeinsatz mit Rettungskräften von beiden Seiten der Grenze, inklusive Hunden und Hubschraubern, konnten alle fünf herausgeholt werden. Zwei Männer aus Finnland erlitten leichte Verletzungen, ein Mann aus Norwegen wurde schwerer verletzt und zur weiteren Behandlung nach Norwegen geflogen.
Warnung vor besonderen Bedingungen in diesem Jahr
Angesichts der bevorstehenden Osterfeiertage warnen Rettungskräfte und Behörden nun vor weiterer Lawinengefahr. Dieses Jahr sei besonders – auch an Stellen, die sonst als sicher gelten, sehe man nun Lawinen, sagte beispielsweise Experte Mattias Tarestad vom schwedischen Naturvårdsverket gegenüber SVT. Er rief dazu auf, die Situation genau zu prüfen und sich nicht auf alte Gewohnheiten zu verlassen. Die norwegische Behörde NVE warnt ebenfalls: Die Schneedecke bestehe aus mehreren Schichten, und einige davon seien problematisch. Und selbst eine „moderate“ Lawinengefahr, Stufe 2, sei nicht ungefährlich: „Die Hälfte der tödlichen Unglücke in den vergangenen zehn Jahren in Norwegen geschah bei Gefahrenstufe 2“, so Lawinenexpertin Emma Julseth Barfod.
Lawinenwarndienste im Norden:
- Norwegen: varsom.no
- Schweden: lavinprognoser.se
- Finnland: en.ilmatieteenlaitos.fi/avalanche-forecast
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