Island. Ein Großteil der Zugvögel erscheint heute früher auf Island als noch vor 40 Jahren. Darüber berichten Ökologe Tómas Grétar Gunnarsson und sein Vater Gunnar Tómasson in einem Artikel in NátturuFræðingurinn. Dabei können sie auf eigene Aufzeichnungen aus fast vier Jahrzehnten zurückgreifen: Gunnar Tómasson, Gärtner in Árnessýsla, beobachtete die Vögel während seiner Arbeit und notierte die Zeiten. Darüber berichtete auch RÚV.
Gunnar Tómasson beobachtete von 1988 bis 2025 in Laugarás in Biskupstungur 17 unterschiedliche Vogelarten – Enten, Watvögel, Möwenverwandte und Sperlingsvögel. Das Ergebnis: Zwar hängt jedes einzelne Jahr vor allem vom Wetter im Frühjahr ab. Bei 14 der 17 beobachteten Spezies zeigt sich jedoch der Trend zur früheren Ankunft. Dabei handelt es sich jeweils um Vögel, die im Vergleich nur kurze und mittlere Strecken nach Island zu fliegen haben, zum Beispiel von den Britischen Inseln. Zu diesen „Kurzfliegern“ gehören beispielsweise Graugans, Lachmöwe, Austernfischer, Goldregenpfeifer und Weißwangengans.
0,2-0,7 Tage pro Jahr früher da
Tómas Grétar Gunnarsson erklärt dies damit, dass diese sich im selben Wettersystem befänden und daraus schließen könnten, wie die Situation auf Island gerade sei. Da es einen Konkurrenzkampf um die besten Nistplätze gebe, sei es von Vorteil, frühzeitig dort zu sein. Verglichen mit den ersten Jahren der Aufzeichnungen seien dies im Durchschnitt 0,2-0,7 Tage pro Jahr früher – bei 35 Jahren Beobachtung also 7 bis 24 Tage. Die arktische Skua dagegen kommt nicht früher, die noch weiter fliegende Küstenseeschwalbe sogar etwas später.
Wie die Autoren betonen, haben Zugvögel großen Einfluss auf die Ökosysteme an ihren Saisonstandorten. Deshalb sei es wichtig, die Veränderungen im Auge zu behalten. Sie regen landesweite, systematische Beobachtungen an.
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