Durch die Nordostpassage mit mehr als 15 Knoten

Das südkoreanische Containerschiff „PanStar Acro“ durchquerte gerade die Nordostpassage ohne Eisbrecher von Ost nach West und zurück. Das norwegische Center for High North Logistics (CHNL) der Nord Universität analysierte den Hinweg und stellte fest, dass das Containerschiff auf dem arktischen Teil kaum langsamer war als auf der Strecke dorthin oder danach.  Dabei zeigte sich allerdings, dass auch bei insgesamt weniger Meereis einzelne Stellen problematisch sein können. Darüber berichtete auch High North News.

Seewege der Arktis

Seewege der Arktis. Karte Maximilian Dörrbecker, CC BY 2,5

Die Arktistour der „PanStar Acro“ fand zu einer Zeit statt, in der  das arktische Eis seine geringste Ausdehnung hatte.   Die 7600 Seemeilen von Busan bis Felixstowe, UK, dauerten vom 22. August bis zum 11. September,  20 Tage und sechs Stunden, bei einer Durchsschnittsgeschwindigkeit von etwa 15,7 Knoten. Dabei war das Schiff auf dem arktischen Teil laut CHNL kaum langsamer als auf der Strecke dorthin oder danach – mit einer Ausnahme: Am 31. August, in der Tschuktschensee,  lassen die Satellitensignale darauf schließen, dass es Meereis ausweichen musste und sich um etwa acht Stunden verspätete. Inzwischen ist die „PanStar Acro“ auf dem Rückweg und bereits im Pazifik. Die Tour durch die Arktis ist deutlich kürzer als die konventionelle Süd-Route, hat aber andere Herausforderungen. 

Durch den Nördlichen Seeweg mit mehr als 15 Knoten

So sahen die einzelnen Etappen auf dem Hinweg laut CHNL aus:

  • Busan bis zum Start des von Russland überwachten Nördlichen Seewegs: 3068 Seemeilen, 8 Tage und 8 Stunden, Durchschnittstempo 15,3 Knoten. 
  • Nördlicher Seeweg, Ost-West Transit: 2320 Seemeilen, 6 Tage 10 Stunden, 15,1 Knoten
  • Ausfahrt Nördlicher Seeweg bis zur norwegischen Küste: 1295 Seemeilen, 3 Tage, 5 Stunden, 16,9 Knoten
  • Norwegen – Felixstowe, UK: 940 Seemeilen, 2 Tage, 8 Stunden, 16,8 Knoten.

Weniger Eis ist nicht immer einfacher

Dass der Hinweg in der Tschuktschensee kurzfristig ausgebremst wurde, ist dabei typisch dafür, wie das arktische Meereis sich heute verhält. Es wird dünner und ist deshalb anfälliger für Wind- und Strömungsverhältnisse. Es kann sich dabei in bestimmten Bereichen anhäufen, wie jüngst auch eine in Oceans veröffentlichte Untersuchung nachwies.

Zwei Flaschenhälse

Laut dem französischen Experten Hervé Baudu gibt es im Bereich des Nördlichen Seewegs insbesondere zwei „Flaschenhälse“: Tschuktschensee/Wrangelinsel weit im Osten und die flache Wilkitzky-Straße zwischen Sewernaja Semlja und dem Festland. Die globale Erwärmung entferne die Eisbarriere nicht komplett, sondern ändere die Form, was sie weniger vorhersehbar für die kommerzielle Schifffahrt mache. Je nach Situation bleibe den Kapitänen dann nur übrig, das Eis zu umfahren oder auf einen der russischen Eisbrecher zu warten. 

Im vergangenen Jahr durchquerte bereits die „Istanbul Bridge“ die Nordostpassage im Rekordtempo auf dem Weg von China nach Felixstowe, UK.  Das erste Containerschiff auf der Strecke war die Venta Maersk: Dänisches Containerschiff Venta Maersk testet Nordostpassage

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