Arktisches Meereis-Minimum mit dünnem Eis

Arktis. Das arktische Meereis hat wieder zu wachsen begonnen – das Minimum gab es nach jetzigem Stand am 12. September. Da war es auf 4,6 Million Quadratkilometer zusammengeschrumpft. Das meldete das National Snow- and Ice Data Center, NSIDC, aus den USA. Die Ausdehnung der Eisfläche ist allerdings nur noch begrenzt aussagekräftig. Denn ein großer Teil des Eises war so dünn und lückenhaft, dass Schiffe problemlos durchfahren konnten. 

Arktisches Meereis-Minimum am 12. September 2026- Die orangen Linien bezeichnen den Durchschnitt 1981-2010. Quelle NSIDC

Die Ausdehnung der arktischen Eisfläche entsprach ungefähr der von 2008, 2010 und dem vorigen Jahr, was das „zehntkleinste“ Minimum bedeutet. Mit gutem Grund wartete NSIDC allerdings zehn Tage bis zur Meldung, und das deutsche Meereisportal hat bisher noch gar nichts gemeldet: Sowohl die Satellitenaufnahmen als auch die Berichte von Schiffen vor Ort zeigen, dass das Eis so dünn ist, dass es leicht von einem Sturm hätte noch weiter zusammengeschoben werden können. Für die Messung der Eisausdehnung reicht aus, dass eine Fläche zu 15 Prozent mit Eis bedeckt ist, um mitzuzählen. 

Das Eis ist nicht überall dünn: nördlich der kanadischen Küste und Grönland existiert noch ein Streifen mit mehrjährigem Eis, das zwei Meter und mehr hat. Dies wird besonders deutlich in der Darstellung des dänischen Polarportals. Anderswo existieren solche Volumen aber nicht mehr. Meereisphysikerin Lena Buth von Alfred-Wegener-Institut (AWI) sagte dazu: “Eine so deutliche Zweiteilung in der Meereiskonzentration der Arktis sehen wir zum ersten Mal.“

Leichte Tour zum Pol für die Schiffe

Volumenkarte des dänischen Polarportals vom 12. September. Quelle DTU/DMI/GEUS

So war das norwegische Forschungsschiff „Kronprins Haakon“  Anfang August vier Tage schneller am Nordpol als geplant. Das Team konnten auch Messungen über die volle Breite der transpolaren Strömung anstellen. Erst auf dem Weg Richtung Kanada stießen sie auf dickere Schollen. Auch das französische Polar-Kreuzfahrtschiff “ Le Commandant Charcot“ war Anfang August auf direktem Wege zum Nordpol gelangt, wobei ein AWI-Forscher an Bord eine „extrem geringe Eiskonzentration“ bzw. viel komplett freies Wasser beobachtete und festhielt.  Dieselbe Beobachtung machte auch die schwedisch-kanadische Expedition, die wenig später den Nordpol erreichte. 

Die Ausdehnung des Meereises wird seit Ende der 1970er Jahre gemessen. Die 20 wärmsten Jahre sind auch die aktuellsten.

 

So war das Meereis-Maximum im Frühjahr:

Arktisches Meereis-Maximum ist erneut ein Minimum

 

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