Malmberget (Schweden). Eine besondere Last war gestern auf dem Weg von Malmberget nach Gällivare: Kåkstan zieht um. Die Holzbaracken erinnern an die allererste Zeit der Grubensiedlung Malmberget, deren Zeit nun dem Ende zugeht. Aufgrund der Bergbauschäden wird Malmberget komplett geräumt, nur noch wenige Gebäude stehen dort. Darüber berichtete SVT.
Der Erzabbau in Malmberget ist älter als der in Kiruna. Er begann, als 1888 die erste Erzbahn von Malmberget zum Hafen in Luleå fuhr. Mangels Wohnraum zimmerten sich die Grubenarbeiter selbst einfache Baracken aus Holz („kåk“, bezeichnet eigentlich ein altes Haus, meist aus Holz, in schlechtem Zustand). Die Barackensiedlung erhielt später den Namen Kåkstan.
Von den originalen Hütten von ist heute nur noch eine übrig. Die anderen rund 40 Hütten stammen aus dem Jahr 1988: Zum hundertjährigen Stadtgeburtstag entstand ein Nachbau dieser ehemaligen Barackensiedlung. Dort wohnte zwar niemand mehr, aber die Hütten wurden für Veranstaltungen genutzt, zum Beispiel für den Weihnachtsmarkt.
Zwölf Kåkstan-Hütten nach Gällivare
Zwölf Hütten aus Kåkstan waren immer noch gut und kulturhistorisch bedeutsam genug, um sie nun umzuziehen – darunter auch die einzige originale aus dem Jahr 1888. Sie sollen alle einmal Platz finden in Gällivares Open-Air-Museumsareal gleich neben dem Campingplatz. Da der B-Plan noch nicht fertig ist, werden sie zunächst in Kavaheden zwischengelagert. Die anderen wurden bereits abgerissen.
Unklare Zukunft für Allhelgonakyrkan
Zu den wenigen Gebäuden, die jetzt noch in Malmberget stehen, gehört Allhelgonakyrkan. Die Kirche wurde 1944 eingeweiht und musste schon 1974 wegen Bergbauschäden umgezogen werden. Dort, wo sie einst stand, ist heute ein tiefes Loch, genannt Gropen. In Malmberget breitete sich die Einsturzzone in der Mitte der Stadt aus, und teilte den Ort schließlich komplett.
Eigentlich sollte Allhelgonakyrkan nun erneut umziehen. Ein Platz für sie war im nahen Ort Koskullskulle vorgesehen. Die Kirchengemeinde will dies eigentlich gar nicht – sie hat Mitgliederschwund, genug Gebäude und Geldmangel und wäre die Kirche als teures Unterhaltsobjekt gerne los. Das wurde ihr jedoch aus Denkmalschutzgründen gerichtlich untersagt. Die Kirche ist aktuell geschlossen.
Einwohner sind nach Gällivare und Koskullskulle gezogen
Die meisten ehemaligen Einwohner Malmbergets sind ins nahe Gällivare gezogen, wo ein ganz neues Viertel – Repisvaara – für sie aufgebaut wurde. Andere – inklusive Häuser aus Malmberget – leben heute im nahen Dorf Koskullskulle. Der Abriss von Malmberget aufgrund der Bergbauschäden ist weit weniger bekannt als der Umzug des 120 Kilometer entfernten Kiruna, es ist allerdings dasselbe Bergbauunternehmen, LKAB, das für die Kosten aufkommen muss.
Früherer Artikel zum Thema:
Keine Zukunft für die Kirche aus Malmberget?
Mehr zum Hintergrund siehe: Malmberget und Gällivare: Aus zwei mach eins



