Agentur-Gründerin: Husky-Firmen sind nicht alle gleich

Die ersten Flocken im hohen Norden sind gefallen – bald startet die Hundeschlitten-Saison. Aber wie können Touristen sicherstellen, dass sie ihre Traumtour durch den Winterwald nicht bei einer Firma buchen, die später als Negativbeispiel Schlagzeilen macht? Für Touristen sei es eigentlich unmöglich, das vorab zu prüfen, meint Michelle Abert, die selbst als Musherin gearbeitet hat. Deshalb hat sie nun eine eigene Vermittlungsagentur gegründet, die nur Firmen aufnimmt, von denen sie persönlich überzeugt ist.

Michelle Abert und die Hunde Ikea und Keona. Foto privat

Die Österreicherin Michelle Abert, heute 32, hat ihre eigenen Erfahrungen auf die harte Tour machen müssen: Sie verliebte sich in Huskies, begann einen Job bei einer Firma in Nordschweden, lernte, Hunde zu versorgen, Schlitten zu lenken und Gäste zu fahren. Doch hinter den Kulissen sah es anders aus als auf den schönen Bildern im Internet. „Jede Firma gibt an, dass das Tierwohl bei ihr an erster Stelle steht“, sagt Michelle Abert – doch das sei keineswegs immer der Fall. Ihrem früherem Arbeitgeber wurde wegen gravierender Mängel sogar die Lizenz für den gewerbsmäßigen Betrieb von Hundeaktivitäten entzogen. Da hatte sie den Betrieb bereits verlassen. 

Zum ganzen Interview: Für mehr Transparenz und Tierwohl im Husky-Business

„Nicht alle über einen Kamm scheren“

Michelle Aberts Erfahrungen sind kein Einzelfall –  Missstände bei Firmen, die Hundeschlittentouren anbieten, sind immer mal wieder Thema in den Medien, nicht nur in Schweden. Doch es gebe auch die anderen, sagt sie, die Hunde überdurchschnittlich gut behandelten. Es sei unfair, diesen den Ruf zu zerstören: „Ich sehe einen Wert darin, diesen Sport zu erhalten und nicht alle über einen Kamm zu scheren.“ Neben den Husky-Farmen selbst sieht sie auch die Vermittlungsagenturen in der Pflicht. Denn oft wüssten Kunden gar nicht, wo sie eigentlich gebucht haben. Und bei den Agenturen seien alle gleich aufgelistet.

Tierwohl und Transparenz

Mit ihrer eigenen Vermittlungsagentur, Freke – ethical-dogsledding.com, will Michelle Abert Nord-Reisenden die Möglichkeit geben, das Hundeschlitten-Abenteuer bei einer Firma zu buchen, bei der Tierwohl nicht nur ein Lippenbekenntnis ist. Um dort gelistet zu werden, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, die auch die Gäste auf der Website einsehen können.  Michelle Abert besucht die Firmen zu Beginn auch persönlich, um sicherzugehen – und sie hört auf die Tipps aus der Szene.

Firma soll Beispiel sein und Maßstäbe setzen

Michelle Aberts Firma steht zwar erst ganz am Anfang und ist erst einmal ein Nebenjob.  Doch ihr Ziel ist, Maßstäbe zu setzen:  “ … dass Freke Ethical Dogsledding.com das Beispiel wird, wo alle anderen nachziehen müssen ( …) Dass sie ihre Anforderungen ganz transparent auf die Website stellen und auch genau sagen, bei welcher Firma sie denn tatsächlich gebucht haben.“

Mehr über ihren Weg in den Norden, über ihrer schlechten Erfahrungen in der Branche und was ihr Hoffnung macht, erzählt Michelle Abert im Interview:

Für mehr Transparenz und Tierwohl im Husky-Business

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Gastbeitrag: Die große Freiheit – Husky-Touren im hohen Norden

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