Entschieden: Einer der Grubentürme Kirunas darf weg

Kiruna (Schweden). Die zwei alten Grubentürme in Kiruna sind charakteristische Landmarken des neuen Zentrums in Tuolluvaara. Die Kommune Kiruna möchte sie deshalb erhalten.  Die Bergbaufirma LKAB möchte allerdings einen abreißen, der ihr auch selbst gehört,  und die Fläche für den Wohnungsbau nutzen. Nun ist gerichtlich endgültig entschieden: LKAB darf den Turm abreißen. Darüber berichtete SVT.

Die beiden Grubentürme in Tuolluvaara, neben denen nun Kirunas neues Zentrum wächst.

Die beiden Grubentürme in Tuolluvaara erinnern an die Zeit, als dort noch Erz abgebaut wurde.  Die Grube wurde 1982 geschlossen. Der eckige Turm gehört der Kommune, der  runde LKAB. Letzerer ist 76, 5 Meter hoch und damit der höchste in Schweden aus dem 19. Jahrhundert. In der Planung der Kommune bilden die beiden Türme eine optische Ergänzung zun neuen Park im Zentrum. Die Einwohner Kirunas antworten auf die Frage des SVT-Reporters, ob die Türme erhalten werden sollen, allerdings unterschiedlich. 

LKAB hat das Problem, innerhalb kurzer Zeit Wohnraum für weitere 6000 Menschen schaffen zu müssen, für die das Leben in den alten Stadtteilen Kirunas bald zu unsicher wird. Deshalb, und weil der Turm im Unterhalt nur kostet, will LKAB seinen alten Turm abreißen.  

Der Rechtsstreit zwischen der Kommune Kiruna und LKAB  um den Turm dauert schon drei Jahre. Nun hat das oberste Boden- und Umweltgericht darüber endgültig entschieden: LKAB darf seinen eigenen Turm abreißen. 

Neben den Türmen ist auch das neue Krankenhaus geplant, eins der letzten Gebäude aus dem alten Zentrum, das noch keinen Ersatz  im neuen hat. Das Krankenhaus ist jedoch vom Schicksal der Türme unberührt.  

Bis 2025 müssen zwei Drittel der Einwohner Kirunas umgezogen sein

Seit 2004 ist klar, dass die Bergbauschäden das Stadtzentrum treffen würden. Inzwischen ist fast das ganze alte Zentrum abgerissen und ein Teil bereits hinter dem Zaun verschwunden, der die Grenze zwischen sicherem und unsicherem Gelände bildet. Das neue Zentrum und neue Wohnviertel sind gewachsen. Ursprünglich ging man davon aus, dass nur ein Drittel der Einwohner aufgrund der Bergbauschäden umziehen mus – und viele haben das bereits getan. Seit dem vergangenen Jahr ist klar, dass dies nicht reicht. Bis 2035 werden zwei Drittel der Einwohner Kirunas ihre  Wohnungen verlassen haben müssen.

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