Andøy/Senja/ Harstad (Norwegen). Der Andfjord ist nun Norwegens größtes marines Schutzgebiet. Der neue Status wurde von der Regierung eingerichtet und soll sicherstellen, dass auch kommende Generationen die vielfältige Natur dort über und unter Wasser genießen können. Damit soll aber auch die Koexistenz von Fischerei, Militär und Raumfahrt geregelt werden.
Die natürlichen Verhältnisse unter Wasser sind dort speziell: Dort ist der Festlandsockel sehr schmal, und das 1000 Meter tiefe Bleiks-Tief schneidet sich hinein. Daraus ergibt sich eine große biologische Vielfalt unter Wasser, auch mit Arten, die normalerweise in größerer Tiefe leben. Unter anderem befinden sich dort Korallenriffe, Korallenwälder und Seefedergemeinschaften. In flacheren Teilen wachsen Tangwälder und es gibt Böden aus Muschelsand oder Korallenresten. Diese Ökosysteme bilden die Grundlage dafür, dass Fische dort gut laichen können und Fischnachwuchs aufwachsen kann. Das ist die Grundvoraussetzung für die Fischerei, außerdem leben dort auch Wale und Seevögel.
Fischerei und Militär weiter erlaubt – mit Einschränkungen
Gleichzeitig wird das Gebiet auch von Menschen genutzt, von der Fischerei ebenso wie vom Tourismus und vom Militär. Die meisten Tätigkeiten dürfen auch weiter ausgeübt werden, aber mit Einschränkungen: Damit der Fisch-Nachwuchs ungestört gedeihen kann, gilt für einige, in der Karte festgelegte Zonen ein besonders strenger Schutz. Dort dürfen beispielsweise weder Grundschleppnetze genutzt noch Sprenggranaten getestet werden.
Raketenstartplatz nicht direkt Anlieger
Der Raketenstartplatz Andøya liegt etwas südlich der Schutzgebiet-Grenzen. Es kann jedoch passieren, dass Raketenteile innerhalb des Gebietes abstürzen. Dies ist weiterhin gestattet.
Verwaltet wird das Schutzgebiet Andfjorden von einem Rat, der aus Vertretern der drei Kommunen Andøy, Senja und Harstad, den beiden Fylke Nordland und Troms sowie dem Sameting besteht. Mit dem neuen Schutzgebiet steigt der Anteil der geschützten Flächen innerhalb Norwegens Festland- Territorialgewässer von 4,8 auf 6 Prozent.
Von Andøya aus fand jüngst der erste Start einer Orbitalrakete ins All von Europa aus statt: Start erfolgreich – Andøya gewinn europäischen Weltraum-Wettlauf


