Gletscherschmelze: Harbardsbreen jetzt zweigeteilt

Norwegen. Auf Karten sieht der norwegische Gletscher Harbardsbreen noch aus, als handele es sich um ein zusammenhängendes Stück Eispanzer. Doch das ist nicht mehr die Realität. Wie die norwegische Wasser- und Energiebehörde (NVE) mitteilte, ist der im Fylke Vestland gelegene Gletscher diesen Sommer so weit abgeschmolzen, dass er inzwischen zweigeteilt ist. 

Harbardsbreen noch auf openstreetmap

Harbardsbreen galt bisher als der elftgrößte von Norwegens Gletschern und liegt in Breheimen, dem Gebiet zwischen Jostedalsbreen und Jotunheimen. 2019 hatte er noch eine Fläche von 22,6 Quadratkilometern. Seine Form auf der Karte ähnelt ein bisschen einem Dreieck mit Wolke. In diesem Sommer schmolz der Gletscher wieder ein Stück mehr, und auch die schmale Verbindung zwischen Dreieck und Wolke ist jetzt weg. Das zeigen deutlich die Satellitenaufnahmen von Copernicus vom Gletscher, die in der Mitteilung von NVE als Serie zusammengestellt. Der Gletscher ist in zwei größere und einige kleinere Teile zerfallen. Der größte Teil ist etwa 14 Quadratkilometer groß.

„Wir müssen damit rechnen, dass weitere Gletscher geteilt werden, so Glaziologin Liss Marie Andreassen von NVE, und die Liste über Norwegens größte Gletscher müsse aktualisiert werden. 

NVE macht darauf aufmerksam, dass nicht nur am Harbardsbreen die Realität der Karte davongeeilt ist. Die Veränderungen könnten neue Passagen eröffnen, aber auch Gefahren mit sich bringen, zum Beispiel Eisstürze oder Gletscherläufe aus neuen Gletscherlagunen. 

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