Finnland. Das finnische Militär will eine Million Antipersonenminen erwerben. Dafür soll bis 2028 eine einheimische Produktion aufgebaut werden. Das berichtete Yle. Finnland ist wie die drei baltischen Länder und Polen jüngst von der Ottawa-Konvention gegen Landminen zurückgetreten.

Finnlands Grenze zu Russland. Die Grenzübergänze zwischen Finnland und Russland sind aktuell geschlossen. Nutzbar ist noch Storskog in Norwegen (grün). Karte sel/Openstreetmap
Finnland war der Ottawa-Konvention gegen Landminen erst 2012 beigetreten. Die Regierung hatte den Rückzug davon im Frühjahr 2025 initiiert. Begründet wurde dies damit, dass Russland ein langfristiges Sicherheitsrisiko für Finnland und Europa darstelle. Damit solle dafür gesorgt werden, dass Finnlands Verteidigung vorbereitet sei. Finnland hat 1320 Kilometer Grenze zu Russland.
Die Ottawa-Konvention verbietet Einsatz, Lagerung, Herstellung und Weitergabe von Antipersonenminen. Der Fokus liegt dabei auf den leichten Minen, die schon beim Gewicht eines Menschen auslösen, Anti-Fahrzeug-Minen bzw Panzerabwehrminen waren weiterhin erlaubt. Die Kampagne gegen Antipersonenminen hatte 1997 den Friedensnobelpreis erhalten. Mehr als 160 Länder waren beigetreten, allerdings nicht die USA, Russland und China. Als eine Folge des russischen Einmarschs in die Ukraine haben sich auch Estland, Lettland, Litauen und Polen von der Konvention zurückgezogen.
In Finnland hatten im Juni 2025 157 Abgeordnete für den Ausstieg aus der Ottawa-Konvention gestimmt und 18 dagegen. Seit dem 10. Januar 2026 ist Finnland nun nicht mehr an die Beschränkungen gebunden.
Wie Yle nun berichtete, sind 100 Millionen Euro für den Erwerb von Antipersonenminen vorgesehen. Zukünftig soll der Umgang mit Antipersonenminen auch in der Ausbildung der Rekruten geübt werden.

