Saubere Luft dank fossilfreiem Schweden-Stahl?

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Schweden. Der schwedische Stahlhersteller SSAB ist der größte Luftverschmutzer des Landes. Gemeinsam mit dem Bergbauunternehmen LKAB und dem Energieriesen Vattenfall hat SSAB jedoch ein neues Verfahren erarbeitet, mit dem der komplette Prozess ohne fossile Energieträger auskommen würde. Dadurch würde der CO2-Ausstoss von Schweden um zehn Prozent und der von Finnland um sieben Prozent sinken.

Hochofen

Hochofen. Foto Hugo Lejon/SSAB

580 000 Tonnen Kohle, antransportiert aus Ländern wie Australien,  verbraucht SSAB jährlich für die Produktion in den Hochöfen von Luleå, Oxelösund (Schweden) und Raahe (Finnland), wie SVT berichtet. Sie wird als Reduktionsmittel benötigt, als Abfallprodukt entsteht CO2 – weshalb SSAB trotz ständiger Neuerungen immer noch allein für zehn Prozent des CO2-Ausstoßes des Landes verantwortlich ist.

Das soll sich ändern: Die drei Unternehmen haben gemeinsam ein neues Verfahren entwickelt, mit dem die Kohle bei der Reduktion durch Wasserstoff ersetzt werden soll. Der Wasserstoff soll mit Hilfe erneuerbarer Energien erzeugt werden, wie es sie in Nordschweden bereits gibt und noch ausgebaut werden soll (Wasserkraft, Windkraft). Als Abfallprodukt würde dann nur Wasser entstehen.

In diesem Jahr sollen die Arbeiten für Pilotanlagen in Luleå sowie rund 250 Kilometer nordwestlich davon, im Erzabbaugebiet („Malmfälten“) beginnen, heißt es in Pressemitteilungen sowohl von SSAB als auch von LKAB. Umgerechnet rund 2 Millionen Euro soll die Umsetzung kosten. Die Hälfte davon übernimmt die schwedische Energiebehörde, den Rest teilen sich die Firmen. Das Projekt heißt HYBRIT  (Hydrogen Breakthrough Ironmaking Technology)

Stahl

Stahlherstellung. Foto Karoliina Krook/SSAB

„Fossilfreie Stahlproduktion beginnt schon im Bergwerk. Aktuell arbeiten wir intensiv daran, wie die nächste Generation von Pelletanlagen aussehen wird, und ebenso, wie ein zukünftiges elektrifiziertes und noch stärker automatisiertes Bergwerk gestaltet werden sollte“ so Jan Moström, Geschäftsführer von LKAB, Europas größtem Erzabbau-Unternehmen.

Die Erprobung der neuartigen Stahlherstellung und die Umstellung der Gesamtproduktion  wird einige Jahre in Anspruch nehmen. Die HYBRIT-Gesellschafter rechnen mit fossilfreiem Stahl ab 2045. Schon vorher soll aber der CO2-Ausstoß der drei Hochöfen verringert werden. Das Projekt ist ein wichtiger Baustein bei Schwedens Bemühungen, die in Paris festgelegten Klimaziele zu erreichen.

Das fossilfreie Produkt, darauf weisen die Unternehmen hin, werde bei den heutigen Preisen etwa 20 bis 30 Prozent teurer sein. Sie setzen allerdings auf sinkende Strompreise und steigende Kosten für CO2-Emissionen. Eine Vorstudie hatte gezeigt, dass die fossilfreie Stahl-Variante wettbewerbsfähig sein würde. SSAB-Chef Martin Lindquist hät es für eine Zukunftstechnologie. Zurzeit gehen allein sieben Prozent der CO2-Emissionen weltweit auf die Stahlherstellung zurück.

So soll es funktionieren – die Werbung für HYBRIT:

 

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