Rekord-Minus für das Januar-Eis in der Arktis

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Noch wächst das arktische Eis wieder Monat für Monat – schließlich ist es Winter. Das Maximum wird üblicherweise im März erreicht. Das Dänische Meteorologische Institut (DMI) meldet nun einen Zwischenstand: Noch nie seit Beginn der Satellitenüberwachung 1979 gab es im Januar weniger Eis.

Eis in der Arktis

Wasser statt Eis: Je röter, desto stärker
ist die Abweichung vom Vergleichswert.
Quelle: DMI

Minus 20 Grad am Nordpol klinge zwar kalt, sei aber zehn Grad wärmer als der Durchschnittswert der früheren Vergleichsperiode.  „Wenn es in der Arktis warm ist, wie es das vergangene halbe Jahr war, hat das Eis schlechte Wachstumsbedingungen. Das bedeutet, dass die Fläche klein ist, aber auch, dass das Eis dünn ist“, erklärt Rasmus Tonboe, Eisforscher am DMI, auf der Internetseite des Instituts.

13,58 Millionen Quadratkilometer Eis maßen die Wissenschaftler Ende Januar. Tonboe bezweifelt, ob es noch reicht, um das durchschnittliche  Wintermaximum von 15 Millionen Quadratmetern im März zu erreichen.

Die Temperaturveränderungen sind dabei ungleich verteilt: Vor allem in der Barentssee und in der Beringsee fehle das Eis im Verhältnis zu einem normalen Jahr. Dünner sei es außerdem in der Beaufortsee nördlich von Kanada und Alaska.

Meer Eis

Meereis, Januar 2018. Quelle NSIDC

Tonboes Kollegen vom amerikanischen National Snow and Ice Data Center kommen zum selben Ergebnis. Der Winter hatte schon zögerlich angefangen: Ende November war die Tschuktschensee, das Meer nördlich der Beringstraße, noch offen.

Dass auf der Barentssee das Eis fehlt, merkt man auf Spitzbergen: Dort setzt sich der Trend zu wärmeren Temperaturen fort. Im Januar betrug der Durchschnittswert nach den Aufzeichnungen des norwegischen Wetterdienstes Yr -5,5 Grad – an einem Ort knapp unterhalb des 80. Breitengrades, in einem Monat, wo die Sonne gar nicht über den Horizont kommt. Erst am 15. Februar erscheint sie wieder. Trotzdem stieg das Thermometer im Januar auf bis zu sechs Plusgrade, der tiefste Wert lag bei -19,2 Grad. Wetteraufzeichnungen für die Inselgruppe reichen mehr als 100 Jahre zurück. Vor 2004 lagen die monatlichen Durchschnittstemperaturen für Januar nur selten im einstelligen Bereich. Das hat sich deutlich geändert.

Während es auf Spitzbergen jetzt öfter regnet statt friert und Eisbären Probleme bekommen, sich mit Nahrung zu versorgen, sind sinkende Wintertemperaturen in Osteuropa und den mittleren Breiten Asiens beobachtet worden. Wissenschaftliche Studien sehen einen Zusammenhang mit zunehmenden Anomalien des Polarwirbels, also des Bandes von starken Westwinden in der Stratosphäre um die Arktis, zu denen auch Faktoren wie weniger Meereis im Bereich der Barentssee und Karasee beigetragen haben könnten.

 

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